München (11.12.14) – Das ifo Institut erwartet 2015 mehr Schwung für die deutsche Wirtschaft. Die Wirtschaftsleistung wird im kommenden Jahr um 1,5 Prozent steigen. Die Erholung erhalte starke Impulse vom Konsum, der im nächsten Jahr um 1,7 Prozent zulegen dürfte, nach 1,1 Prozent in diesem Jahr, erklärten die Forscher. „Die fallenden Ölpreise und der Kursverfall des Euro haben mitgeholfen, die Schockstarre nach dem Ausbruch der Ukraine-Krise zu überwinden. Die Unternehmen schauen nun wieder etwas gelassener in die Zukunft“, sagte Hans-Werner Sinn, Präsident des ifo Instituts, am Donnerstag in München.

Nach der Prognose der ifo Konjunkturabteilung unter der Leitung von Timo Wollmershäuser dürfte die Arbeitslosenquote leicht sinken auf 6,6 Prozent, von 6,7 Prozent. Das bedeutet, dass im Jahresmittel noch knapp unter 2,9 Millionen Menschen arbeitslos sein werden. Die Zahl der Erwerbstätigen wird dank der starken Einwanderung einen neuen Rekord von 42,84 Millionen erreichen. Die Preise werden um 0,8 Prozent steigen, etwas weniger als noch 2014.

Während die deutschen Exporte der ifo Prognose zufolge 2015 um beachtliche 5,2 Prozent zulegen werden, wird für die Importe sogar ein Plus von 5,8 Prozent erwartet. Gleichzeitig dürfte der Überschuss der Leistungsbilanz auf einen neuen Rekord von 222 Milliarden Euro steigen, nach 212 Milliarden in diesem Jahr. Die Investitionen steigen vermutlich um 2,0 Prozent, nach 2,8 Prozent 2014.

Für 2014 erwartet das ifo Institut nun ebenfalls 1,5 Prozent Wachstum. „Dies liegt auch an Aufwärtsrevisionen der offiziellen Angaben des Statistischen Bundesamts für zurückliegende Quartale, die sich in einer höheren Jahresrate niederschlagen, als wir kürzlich noch prognostiziert hatten“, fügte Wollmershäuser hinzu.