Frankfurt/Main (26.1.15) – Beim Festakt zum 175-jährigen Jubiläum der Nassauischen Sparkasse hat Stephan Ziegler, Vorsitzender des Vorstands, am 22. Januar 2015 im Kurhaus Wiesbaden eine durchaus weltbewegende Festrede gehalten. Er ließ Sonne, Mond und Sterne aufziehen und es hätte nicht viel gefehlt, wäre die Naspa bei der Erfindung des Rads auch dabei gewesen.

Stammhaus der Naspa in der Wiesbadener Rheinstraße - Foto: Naspa

Stammhaus der Naspa in der Wiesbadener Rheinstraße – Foto: Naspa

„Können Sie sich noch an den 11. August 1999 erinnern?“ Mancher Zuhörer denkt irritiert an den 11. September 2001, dem Tag des Terroranschlags auf das World Trade Center NY, oder für die Naspa genau so schlimm, an den 19. August 1997, dem Todesfall auf Schloss Vollrads. Ganz anders weiter Ziegler: „Es war ein Mittwoch, und es war ein ganz besonderer Tag. Ich war damals frühmorgens im Büro. Kurz nach zehn fuhr ich nach Hause. Wenig später blickte ich gemeinsam mit meiner Familie und unseren Nachbarn gebannt in den Himmel und hatte das Gefühl:„Was jetzt gleich kommt, erlebst Du nur ein einziges Mal.“ Denn ich wusste: Gleich schiebt sich der Mond vor die Sonne. Und das nächste Mal würde eine totale Sonnenfinsternis bei uns in Deutschland erst wieder am 3. September 2081 zu sehen sein. Ich erinnere mich noch genau, wie das war: Plötzliche Dunkelheit am helllichten Tag. Völlige Stille, von einem Moment auf den anderen. Kein Vogel war mehr zu hören. Die Natur stand still. Ich hatte das Gefühl, etwas ganz Besonderes zu erleben.“

Dieses Gefühl, etwas ganz Besonderes, etwas Einmaliges zu erleben, hatte Ziegler da gerade auch wieder. Denn er wusste: „Die Naspa wird nur einmal 175 Jahre alt.“ Und er werde nur einmal in seinem Leben die Freude und die Ehre haben, ein solches Jubiläum, ein Meilenstein in der Geschichte jedes Unternehmens, und ein historisches Datum für die Naspa, gemeinsam mit diesem Publikum zu feiern. Für die Naspa sei 2015 ein ganz besonderes Jahr:

  • 175 Jahre Naspa
  • 25 Jahre Naspa Stiftung und
  • ein neuer und moderner Markenauftritt in „Rot“.

Die deutschen Sparkassen bezeichnen sich gern als Familie. Aus Berlin angereist ist Georg Fahrenschon, Präsident des Deutschen Sparkassen und Giroverbandes. „Ebenso herzlich begrüße ich Gerhard Grandke, den Geschäftsführenden Präsidenten des Sparkassen- und Giroverbandes Hessen-Thüringen.“ Grandke dürfte tatsächlich der wirklich wichtigste Mann für die Zukunft der Naspa sein. Historischen Glanz verbreiten auch die Vorgänger Zieglers: Jens Fischer (heute noch Vorsitzender des Fördervereins Schloß Vollrads), Anton Mauerer (der damals das Risiko Schloß Vollrads managen musste) und Dr. Karl Kauermann (der nach der Naspa Karriere beim Hessischen Sparkassen- und Giro-Verband machte).

Dann ließ Ziegler die große Vergangenheit der Nassauischen Sparkasse Revue passieren: „Dieser Thiersch-Saal, in dem wir so festlich sitzen, dieses ganze wunderbare Kurhaus, ist ein Wahrzeichen für Wiesbaden und aus dem Stadtbild einfach nicht mehr wegzudenken. Aber: Als Herzog Adolph von Nassau am 22. Januar 1840 das Gründungsedikt der „Herzoglichen Landes-Credit-Casse“ unterschrieb, gab es dieses Wiesbadener Wahrzeichen noch gar nicht. Genauso wenig wie das Telefon, das Johann Philipp Reis 1861 erfand. Weitere 25 Jahre sollten vergehen, bis Carl Benz 1886 mit dem „Benz Patent Motorwagen Nummer 1“ das erste „moderne Automobil“ entwickelte. Und heute? Rollen rund 44 Mio. PKW über Deutschlands Straßen. Das Smartphone in der Tasche wird zur Schaltzentrale für das „Internet der Dinge“. Kommunikation und Mobilität – allein die Entwicklungen in diesen beiden Lebensbereichen machen deutlich, welche zeitliche Dimension 175 Jahre wirklich haben. Ziegler weiter: Der Historiker Hans-Jörg Czech berichtet: Um 1840 lebten in Wiesbaden 12.000 Menschen, 400 Pferde, 600 Kühe, 700 Schweine, 200 Schafe und 70 Ziegen. Das klingt erst einmal recht beschaulich.

175 Jahre sind eine lange Zeit. Deutschland wurde von Kaisern und Kanzlern regiert. Es hat Kriege und Frieden gesehen, traurige Ereignisse erlitten und glückliche gefeiert. Und die Naspa? War Teil dieser Entwicklungen. Hat viele richtige Entscheidungen getroffen, aber auch Irrwege beschritten. Ich denke hier ganz besonders an die Zeit des Hitler-Regimes, an die Auszeichnung als „Nationalsozialistischer Musterbetrieb“.

Für die Zukunft der Naspa wünscht sich Ziegler vor allem eines:  Die ungebrochene, ausdauernde und belastbare Kraft des kontinuierlichen Wandels! Aber: „Unser nun auch optisch eindeutiges Bekenntnis zu den Sparkassen ist mehr als ein Farb- oder Logowechsel. Er ist eine historische Chance. Es stimmt: Die Naspa ist in Blau-Orange 175 Jahre lang gut durch wechselvolle Zeiten gekommen. Aber jetzt sorgen wir gerade mit dem sichtbaren Bekenntnis zum roten Sparkassen-S dafür, dass dies auch in Zukunft so bleiben kann.“

Dann kam der Schwanengesang Zieglers auf die Unabhängigkeit der Naspa, die ihre Identität aufgeben muss: „Mit unserem neuen Look profitieren wir von der Sympathie für die starken, soliden deutschen Sparkassen. Nur in Rot sind wir auf den ersten Blick als Mitglied der Sparkassenmannschaft zu erkennen und werden mit ihren Stärken identifiziert. Diese Mannschaft ist die weltgrößte Finanzorganisation, deren Mitglieder füreinander da sind und einander stützen, auch in schwierigen Zeiten. Die neue Ideen und Konzepte für alle Sparkassen generiert. Eine Organisation, deren Kraft und Gestaltungswille auch aus dem Verbundgedanken resultiert. Und die bei alledem unter ganz speziellen Rahmenbedingungen.“

Anmerkung der Redaktion: Der Naspa wird es nicht anders ergehen als der Frankfurter Sparkasse 1822 – Husch, husch unter die Fittiche der Landesbank Hessen-Thüringen, der Helaba! So entsteht die Rhein-Main-Bank. Da wird die Zukunft weniger bunt sein als die Vergangenheit.