AmCham: Gemeinsame Werte mit den USA sind keine Selbstverständlichkeit / Deutschlands wirtschaftliche Spitzenposition verlangt ‚An sich Arbeiten‘

Frankfurt/Main (2.2.15) – Bernhard Mattes, Präsident der Amerikanischen Handelskammer in Deutschland (American Chamber of Commerce in Germany, kurz AmCham Germany) blickte in seiner Ansprache auf dem Neujahrsempfang am vergangenen Freitag zuversichtlich ins neue Jahr 2015. Herausforderungen für den Standort Deutschland bleiben die Digitalisierung und der Netzausbau, die Energiewende mit wettbewerbsfähigen Energiepreisen zu vereinbaren und Investitionen in eine intelligente europäische Infrastruktur zu bündeln. Auf internationaler Ebene bleibt die transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP) von herausragender Bedeutung.

„Mit den aktuellen Entwicklungen in der Ukraine oder im Nahen Osten befinden wir uns in herausfordernden Zeiten“, so AmCham Germany-Präsident Mattes. „Aber sie zeigen uns auch umso deutlicher, wie wichtig langjährige, verlässliche Beziehungen sind. Die gemeinsamen Werte mit den USA sind keine Selbstverständlichkeit.“

Das zu betonen sei insbesondere in der Diskussion über die Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (kurz TTIP) wichtig. Die USA sind Deutschlands größter Handels- und Investitionspartner außerhalb der EU, aber: „Schätzungen zufolge werden 90 Prozent des globalen Wirtschaftswachstums in den nächsten fünf Jahren außerhalb Europas generiert“, so Mattes. „Damit ist die Weiterentwicklung der Wirtschaftsbeziehungen mit den USA für die Export- und Industrienation Deutschland von enormer Bedeutung.“

In Deutschland Handlungsbedarf bei Innovation, Digitalisierung und Energie sowie beim Ausbau der Infrastruktur

Deutschland belegt wirtschaftlich eine Spitzenposition. Dass der deutsche Standort für ausländische Firmen attraktiv bleibt, hat auch die Herbstumfrage des AmCham Germany Business Barometer bestätigt. Fast jeder vierte befragte Topmanager ging darin davon aus, den Plan für das Geschäftsjahr 2014 zu übertreffen. Dennoch unterstrich Präsident Mattes, dass diese Position ein kontinuierliches „An-sich-Arbeiten“ verlange. „Mit den richtigen Weichenstellungen können wir es schaffen, die Stärke des Industriestandortes Deutschland zu erhalten und auszubauen“, betonte Mattes. Denn es gebe weiterhin Handlungsbedarf in den Schlüsselbereichen Wachstum, Innovation, Infrastruktur und Energie.

Der AmCham Germany-Präsident plädierte dafür, die Digitalisierung voranzutreiben und in diesem Rahmen die deutsche Gründerkultur und Talentförderung auszubauen. Ebenso wichtig seien mehr Investitionen in eine intelligente europäische Infrastruktur im Energie- und Telekommunikationsbereich. „Unser starker industrieller Kern zählt nur, wenn Nachfrage und Angebot in Einklang gebracht werden und wir unsere Produktionssysteme zu den künftigen ‚Smart Factories‘ verknüpfen können”, so Mattes.

Mit Blick auf die Energiewende sei es wichtig, dass diese nicht auf Kosten der Unternehmen geschehe. Denn Unternehmen in Deutschland brauchten eine planbare Energiepolitik und wettbewerbsfähige Preise, um im internationalen Wettbewerb mithalten zu können.

Ehrengast des Neujahrsempfangs war Lucia Puttrich, Hessische Landesministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten. Dr. Mark Hilgard, Vorsitzender der regionalen AmCham Germany-Repräsentanz Rhein-Main, eröffnete die Veranstaltung im Steigenberger Frankfurter Hof, bei der rund 300 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Medien anwesend waren.