Berlin (25.2.15) – Die deutsche Wirtschaft wird nach dem unerwartet starken Schlussquartal 2014 auch im ersten Vierteljahr des laufenden Jahres kr?ftig wachsen: Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts f?r Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) zeigt einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 0,5 Prozent gegen?ber dem Vorquartal an. „Die deutsche Wirtschaft profitiert derzeit vor allem von den niedrigen ?lpreisen, dem schwachen Euro und von den Ausweitungen der Rentenleistungen“, sagt DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner. Da es sich dabei aber um Sondereinfl?sse handelt, warnen die Berliner Konjunkturexperten vor zu gro?em Optimismus: „Das zugrundeliegende Expansionstempo der deutschen Wirtschaft ist deutlich schw?cher, als es die j?ngsten Zahlen nahelegen.“
Zudem seien die Risiken f?r die wirtschaftliche Entwicklung weiter hoch: „Von den wirtschaftlichen und politischen Spannungen im Euroraum, wo die politische Unsicherheit vor allem um Griechenland wieder zugenommen hat, aber auch vom Konflikt um Russland und die Ukraine gehen weiter erhebliche Gefahren f?r die Finanzmarktstabilit?t und damit auch f?r die deutsche Konjunktur aus“, so Fichtner.
Das DIW Konjunkturbarometer ist zuletzt sprunghaft auf 105 Punkte gestiegen und liegt damit nun deutlich ?ber dem Schwellenwert von hundert Punkten, der eine Entwicklung der deutschen Wirtschaft auf ihrem Potentialpfad (Quartalswachstum in H?he von 0,3 Prozent) signalisiert. Neben einer Stimmungsaufhellung im verarbeitenden Gewerbe haben hierzu einerseits die zunehmende Kauffreude der Verbraucher und andererseits f?r die Bauwirtschaft g?nstige Witterungsverh?ltnisse beigetragen. „Die Industrie hat die konjunkturelle Flaute hinter sich gelassen“, sagt DIW-Konjunkturexperte Simon Junker. „Abgesehen von einem vor?bergehenden Exportschub durch die Euro-Abwertung zeichnet sich aber nur ein gem?chlicher Aufw?rtstrend ab.“
Impulse kamen nach DIW-Einsch?tzung zuletzt vor allem aus dem Ausland – die heimischen Investitionen d?rften dagegen nur allm?hlich an Fahrt gewinnen. Belastend wirken nach wie vor die geopolitischen Spannungen, zuletzt aber wohl vor allem die Unsicherheit ?ber m?gliche Verwerfungen an den Finanzm?rkten als Folge eines Scheiterns der Verhandlungen mit der griechischen Regierung. Der private Konsum in Deutschland d?rfte sich nach DIW-Einsch?tzung hingegen weiter kr?ftig entwickeln. Dies gehe auch auf Einsparungen im Zuge der gesunkenen Energiepreise zur?ck; zudem schieben der anhaltende Besch?ftigungsaufbau und die kr?ftigen Lohnsteigerungen das verf?gbare Einkommen an.

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