Frankfurt/Main (26.3.15) – Während Deutschlands Sparer durch den Null-Zins-Kurs der Europäischen Zentralbank „schrittweise enteignet“ werden (wie es dieser Tage BVR-Präsident Uwe Fröhlich formulierte), blüht das Fondsgeschäft auf. Denn Sparer müssen ja irgendwohin mit ihrem Geld, in Zeiten, in denen normale Sparbücher und Termingelder nichts mehr bringen. Dies erklärt, warum das Privatkundengeschäft der Dekabank, der Fondsbank der Sparkassen-Familie, im vergangenen Jahr aufgegangen ist wie ein Hefeteig. Dekabank-Chef Michael Rüdiger brach auf der Bilanz-Pressekonferenz trotzdem nicht in Jubel aus, sondern stellte eher enttäuscht fest, die Wertpapierkultur sei in Deutschland nach wie vor unterentwickelt. Erwerben Sparer Aktien oder Fondsanteile befürchten sie – ob zurecht sei dahingestellt – Verluste.  Doch derzeit bleibt ihnen offenbar nichts anderes übrig als – widerwillig – ins Risiko zu gehen. Man fragt sich, wie lange das gutgeht.
Dass die Dekabank dank des florierenden Privatkundengeschäfts im vergangenen Jahr besser abgeschnitten hat, liegt auf der Hand. Wie gut, steht in der Pressemitteilung, die die Eckdaten der Bilanz-Pressekonferenz bündelt. Dort heißt es:

Die Deka-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2014 ein Wirtschaftliches Ergebnis von 541,1 Mio. Euro erzielt und damit das gute Vorjahresergebnis um 7,9 Prozent übertroffen. Die Ausschüttung an die Anteilseigner wurde auf 155 Mio. Euro (Vorjahr: 141 Mio. Euro) erhöht. Zur Steigerung des Wirtschaftlichen Ergebnisses trug auch die gegenüber dem Vorjahr deutlich verbesserte Absatzsituation bei: Die Deka-Gruppe erzielte die höchste Nettovertriebsleistung seit 2007 und steigerte sie gegenüber dem Vorjahr um rund 77 Prozent auf rund 13,2 Mrd. Euro (7,4 Mrd. Euro).

Im Retailgeschäft (Fonds und Zertifikate) konnte mit einem Nettoabsatz von 5,2 Mrd. Euro (-102 Mio. Euro) eine besonders hohe Steigerung erzielt werden. Publikumsfonds und Fondsbasiertes Vermögensmanagement erreichten 3,2 Mrd. Euro. Damit wurde 2014 eine Trendwende erreicht – erstmals seit fünf Jahren war der Absatz deutlich im positiven Bereich (2013: -0,6 Mrd. Euro, 2012: -2,4 Mrd. Euro). Der Absatz mit Retailzertifikaten konnte mit 2,1 Mrd. Euro (Vorjahr: 0,9 Mrd. Euro) mehr als verdoppelt werden.

Im Geschäft mit Institutionellen Kunden stieg der Nettoabsatz auf 8 Mrd. Euro (7,5 Mrd. Euro).

Die Total Assets, die das gesamte Retail- sowie institutionelle Fonds- und Zertifikategeschäft inklusive Masterfonds und ETFs der Deka-Gruppe umfassen, erhöhten sich um 31,6 Mrd. Euro auf 220,4 Mrd. Euro (Ende 2013: 188,7 Mrd. Euro). Die Gründe dafür waren die gestiegene Nettovertriebsleistung und die gute Wertentwicklung. Rund 10 Mrd. Euro steuerte die erstmals einbezogene LBB-INVEST bei.

Michael Rüdiger, Vorstandsvorsitzender der Deka-Gruppe, sagt: „Die Deka-Gruppe hat 2014 ein solides Ergebnis erwirtschaftet. Unsere klare strategische Ausrichtung als Wertpapierhaus der Sparkassen bildete erneut das Fundament für ein erfolgreiches Geschäftsjahr. Unser Ergebnis sehen wir als Bestätigung der eingeleiteten Maßnahmen im Vertrieb und Produktangebot. Trotz Investitionen in unser Geschäft und der weiter zunehmenden Regulatorik ist es uns dank straffen Kostenmanagements gelungen, das Wirtschaftliche Ergebnis deutlich zu steigern. Besonders erfreulich ist die hohe Wachstumsdynamik im Retailabsatz, welche sich auch im ersten Quartal 2015 fortsetzt.“

Die Erträge der Deka-Gruppe lagen mit 1,4 Mrd. Euro auf Vorjahresniveau. Das Provisionsergebnis steuerte dazu 1 Mrd. Euro bei, es verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr (937,1 Mio. Euro) um 7,8 Prozent. Die Zunahme resultiert insbesondere aus höheren Provisionen im Investmentfondsgeschäft, die Wertentwicklung der Fonds und der gute Absatz wirkten sich dabei positiv aus. Das Zinsergebnis ging erwartungsgemäß um -13,2 Prozent auf 325,8 Mio. Euro (Vorjahr: 375,5 Mio. Euro) zurück, da sich unter anderem das Volumen der zinstragenden Aktiva weiter reduzierte. Die Nettozuführungen zur Risikovorsorge lagen mit -22,4 Mio. Euro in etwa auf Vorjahresniveau (-21,0 Mio. Euro). Davon kamen -18,3 Mio. Euro aus der Risikovorsorge auf Wertpapiere. Im Vorjahr war dieser Wert mit 5,9 Mio. Euro positiv. Im Kreditgeschäft nahm der Risikovorsorgebedarf nochmals ab; die Nettozuführungen lagen hier bei -4,1 Mio. Euro (-26,9 Mio. Euro). Das Finanzergebnis aus Handelsbuch-Beständen erhöhte sich um 14,2 Prozent auf 279,6 Mio. Euro (244,9 Mio. Euro).

Die Aufwendungen sanken insgesamt um 3,8 Prozent auf 899,1 Mio. Euro (Vorjahr: 934,7 Mio. Euro) – insbesondere der Sachaufwand konnte dabei reduziert werden. Dies kompensierte die gestiegenen Personalaufwendungen (insbesondere für den Ausbau des Retailvertriebs und die Übernahme von Mitarbeitern der LBB) sowie die höheren Kosten für Regulatorik.

Die Eigenkapitalrentabilität (vor Steuern) stieg auf 14,4 Prozent (14,1 Prozent) und verbesserte sich damit leicht um 0,3 Prozentpunkte.

Die harte Kernkapitalquote (fully loaded) lag zum Jahresende bei 11,8 Prozent. Der Vorjahreswert in Höhe von 13,1 Prozent wurde nach der bis 2013 gültigen Methodik (CRD III) berechnet. Die Anwendung von CRR/CRD IV  führte 2014 wie erwartet zu einer niedrigeren Kapitalquote.

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet die Deka-Gruppe eine insgesamt stabile Entwicklung ihrer wirtschaftlichen Lage und damit ein Wirtschaftliches Ergebnis ungefähr auf dem guten Vorjahresniveau.

Wichtige Kennzahlen (nach IFRS) 2014 2013 Veränderung in Prozent
Mio. € Summe Erträge 1.440,2 1.436,2 0,3
Mio. € Zinsergebnis 325,8 375,5 -13,2
Mio. € Risikovorsorge 1) -22,4 -21,0 -6,7
Mio. € Provisionsergebnis 1.010,4 937,1 7,8
Mio. € Finanzergebnis aus Handelsbuch-Beständen 279,6 244,9 14,2
Mio. € Summe Aufwendungen 899,1 934,7 -3,8
Mio. € Wirtschaftliches Ergebnis 2) 541,1 501,5 7,9
Mio. € Nettovertriebsleistung 3) 13.169 7.444 76,9