Berlin (16.4.15) – Die deutschen Konjunkturforscher haben ihre Prognose für das laufende Jahr deutlich hochgeschraubt. Sie erwarten nun 2,1 Prozent Wachstum der Wirtschaftsleistung, nachdem sie im Herbst nur mit 1,2 Prozent gerechnet hatten. „Der niedrige Ölpreis lässt den Deutschen mehr Geld für den Konsum, der niedrige Euro schiebt die Exporte an“, sagte Timo Wollmershäuser, Konjunkturchef beim ifo Institut, das bei der Gemeinschaftsdiagnose diesmal die Federführung hat. Für das kommende Jahr erwarten die Forschungsinstitute in ihrer Frühjahrsprognose 1,8 Prozent Wachstum. 2015 geht die Arbeitslosenquote demnach zurück auf 6,3 Prozent von 6,7 Prozent, um dann im kommenden Jahr weiter zu sinken auf 5,9 Prozent.

 

Bei den Verbraucherpreisen erwarten die Forscher nur einen minimalen Anstieg um 0,5 Prozent in diesem und 1,3 Prozent im kommenden Jahr. Der Überschuss der deutschen Leistungsbilanz wird weiter steigen auf einen neuen Rekordwert von 256,0 Milliarden Euro; das sind 8,5 Prozent der Jahreswirtschaftsleistung. 2014 waren es knapp 220 Milliarden Euro oder 7,6 Prozent. Für 2016 werden sogar 266 Milliarden erwartet oder ebenfalls 8,5 Prozent.

Der Staat (Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherung) wird der Prognose zufolge in diesem Jahr knapp 21 Milliarden Euro Überschuss erwirtschaften, nach 18 Milliarden Euro 2014. Im kommenden Jahr dürfte der Überschuss weiter auf knapp 26 Milliarden Euro steigen. Vor diesem Hintergrund ist nach Auffassung der Konjunkturforscher der Zeitpunkt für eine grundlegende Reform der Lohn- und Einkommensteuer günstiger denn je.

Quelle: Ifo Institut