Frankfurt/Main (30.6.15)/PK – Griechenland und Deutsche Bank: Darüber mochte Felix Hufeld, Präsident des Bundesaufsichtsamtes für Finanzdienstleistungen – Bafin – am Montagabend zunächst nicht sprechen. Als Gast des Internationalen Clubs Frankfurter Wirtschaftsjournalisten schnitt Hufeld stattdessen zunächst ein paar weniger brisante, aber für ihn wichtige Themen an. Wie etwa die neue Rolle der Bafin in Zeiten der Europäisierung der Aufsicht oder die Folgen der Extrem-Niedrig-Zinsen für Banken und Versicherungen. Aber dann nagelten ihn Journalisten doch auf Griechenland und Deutsche Bank fest. Hufeld steht erst seit März an der Spitze der deutschen Finanzaufsicht. Beim Blick auf Griechenland sieht Hufeld schwarz.

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort: Bafin-Chef Felix Hufeld am Montagabend zu Gast im Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten – Foto: PK
Dem Land drohe schon bald die Pleite. Am vergangenen Sonntag hatte die EZB die Notkredite an Griechenland bei rund 90 Milliarden Euro eingefroren. Hufeld fragt sich, wie lange Griechenlands Banken auf dieser Basis noch weiterarbeiten können. Er ist sich sicher: „Nicht mehr lange. Das können Sie in Tagen zählen.“
Das aktuelle Hilfsprogramm an Griechenland endet am heutigen Tag. Gleichzeitig muss Athen 1,6 Milliarden Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückzahlen. Dazu dürfte Griechenland außerstande sein.
Dass die Finanzmärkte – bislang – recht verhalten auf die jüngste Entwicklung in Griechenland reagiert haben, irritiert den Bafin-Spitzenbeamten. Hufeld vermutet, dass die Finanzmärkte doch noch mit einer Rettung Griechenlands in letzter Sekunde rechnen.
Apropos Gelassenheit: die stellte der Jurist und exzellente Cello-Spieler Hufeld im Fall der Deutschen Bank zur Schau. Welche Rolle die Bafin und damit er, Hufeld, bei dem überraschenden Wechsel an der Spitze der Deutschen Bank gespielt habe, ließ Hufeld offen. Medienberichten zufolge hat die Bafin den scheidenden Co-Vorstands-Chef der Deutschen Bank, Anshu Jain, wegen seiner Rolle im Libor-Zins-Skandal belastet. Anshu Jain räumt am heutigen Tag seinen Co-Chef-Posten bei der Deutschen Bank. Ihm folgt der ehemalige Deutsche-Bank-Aufsichtsrat John Cryan. (Nach der Hauptversammlung der Deutschen Bank im Mai nächsten Jahres, wird auch der zweite Co-Vorstands-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, seinen Stuhl räumen. Ab dann wird John Cryan allein an der Spitze der Deutschen Bank stehen. )

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