Frankfurt/Main (3.7.15) – Über das gesamte Spektrum an wertpapierbesicherten Finanzierungen und OTC-Derivate-Transaktionsarten hinweg wurden Geschäftspartnern im Dreimonatszeitraum bis Ende Mai 2015 per saldo ungünstigere preisliche Konditionen angeboten; dies gilt insbesondere für Hedgefonds, Investmentfonds, Pensionskassen, andere institutionelle Anlagepools sowie Staaten. Verantwortlich für diese Verschärfung der Bedingungen waren eine Verringerung der Marktliquidität und geringere frei verfügbare bilanzielle Kapazitäten.
Zugleich gab per saldo eine geringe Anzahl an Umfrageteilnehmern an, dass sich die nichtpreislichen Konditionen für nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften und Versicherungsgesellschaften etwas verbessert hätten. Insgesamt wird damit gerechnet, dass sich die Kreditbedingungen im nächsten dreimonatigen Referenzzeitraum verschärfen werden. Die Banken meldeten überdies einen erhöhten Ressourceneinsatz und eine vermehrte Aufmerksamkeit besonders für das Management konzentrierter Kreditengagements gegenüber zentralen Kontrahenten und wiesen auch darauf hin, dass sich die Nutzung finanzieller Hebel durch Hedgefonds leicht erhöht habe.
Die Befragten berichteten zumeist, dass sie den Kunden für Finanzierungen, die mit auf Euro lautenden Wertpapieren besichert sind, für die meisten Sicherheitenkategorien niedrigere Finanzierungssätze/-aufschläge anboten. Dies gilt insbesondere für Staatsanleihen, Anleihen staatlicher Stellen unterhalb der Zentralstaatsebene, Anleihen supranationaler Organisationen, Anleihen finanzieller sowie nichtfinanzieller Kapitalgesellschaften mit hoher Bonität und gedeckte Schuldverschreibungen. Für Unternehmensanleihen, wandelbare Wertpapiere oder Aktien wurden den Angaben nach die Finanzierungssätze/-aufschläge jedoch nicht gesenkt. Zugleich wiesen die Umfrageteilnehmer bei diesen Sicherheitenkategorien auch auf ungünstigere Bedingungen hin, wie z. B. niedrigere Finanzierungsobergrenzen und kürzere Höchstlaufzeiten der Finanzierung, da Banken ihre bilanziellen Kapazitäten insgesamt selektiver eingesetzt haben. Die Banken gaben ferner an, dass die Finanzierungsnachfrage der Geschäftspartner für nahezu alle Arten von Sicherheiten sowie sämtliche Laufzeiten per saldo etwas zugenommen und dass sich die Liquiditätslage an den Märkten für die zugrunde liegenden Sicherheiten und das Funktionieren dieser Märkte für alle in der Umfrage erfassten Arten von auf Euro lautenden Sicherheiten unter dem Strich leicht verschlechtert hätte.
Die in der Umfrage abgedeckten Kreditbedingungen für nicht zentral abgerechnete in Euro denominierte Derivatekontrakte sind im Berichtszeitraum tendenziell nahezu unverändert geblieben. Ein geringer Anteil der Befragten gab jedoch an, dass sich die Liquidität und die Zahl der Transaktionen bei den meisten Derivatetypen etwas verringert hätten, wobei diese Verringerung bei Kreditderivaten, die sich auf Staaten und auf den Unternehmenssektor beziehen, ausgeprägter sei. Einige Banken vermeldeten auch eine Zunahme der Zahl von Rechtsstreitigkeiten über die Bewertung von Devisen- und Aktienderivaten sowie eine geringfügige Verschärfung annehmbarer Sicherheitenstandards für neue bzw. neu verhandelte Derivate-Rahmenverträge in der Referenzperiode.
Die Umfrageteilnehmer berichteten, dass die Handelsvolumina an den Wertpapierfinanzierungsmärkten angesichts der gestiegenen Verbreitung von Staatsanleihen mit negativer Rendite gesunken seien, dass sich die Geld-Brief-Spannen an diesen Märkten leicht ausgeweitet hätten und dass die Aufnahmefähigkeit der Märkte für großvolumige Transaktionen im Schnitt zurückgegangen sei. Die Banken berichteten zudem von Anzeichen für einen Sicherheitenmangel bei einigen Wertpapieren und erwarten in den kommenden Quartalen eine zunehmende Knappheit an qualitativ hochwertigen liquiden Aktiva.
Die Erhebung wird vier Mal im Jahr durchgeführt, sodass Änderungen der Kreditkonditionen in den im Februar, Mai, August bzw. November endenden dreimonatigen Referenzzeiträumen erfasst werden. Für die Umfrage vom Juni 2015 wurden qualitative Informationen über Veränderungen zwischen März und Mai 2015 erhoben. Die Ergebnisse basieren auf den
Antworten einer Gruppe von 28 großen Banken, von denen 14 im Euro-Währungsgebiet ansässig sind und die anderen 14 ihren Hauptsitz außerhalb des Euroraums haben.

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