Knight Frank: Zweitwohnsitze auf Bali, Mustique und Ibiza haben sich verteuert

Frankfurt/München (17.7.15) – Während ein Teil der beliebtesten Inseln und Archipele wieder im Fokus der Käufer von Zweitwohnsitzen steht, kämpft der andere Teil noch mit den Auswirkungen der Finanzkrise. Da die Erreichbarkeit vieler Standorte durch bessere Transportbedingungen immer schneller und einfacher wird, steigt die Zahl der Käufer von Zweitwohnsitzen auf Inseln und Archipelen. In den letzten zehn Jahren ist die Zahl von Privatflügen zu diesen Ziele laut NetJets um 69 Prozent angewachsen, wobei gut erschlossene Ferieninseln den Löwenanteil ausmachen.

2014 hat die internationale Immobilienberatung Knight Frank 21 Prozent mehr Zugriffe auf Inselimmobilien auf ihrer Website verzeichnet. Häuser und Wohnungen auf Ibiza, Barbados und Bali haben die meisten Klicks erzielt. „Potenzielle Käufer interessieren sich immer mehr für Zweitwohnsitze auf Inseln, auf denen nur eingeschränkt weitere Neubauten errichtet werden dürfen oder gar ein Baustopp verhängt ist“, kommentiert Kate Everett-Allen aus dem internationalen Research für Wohnimmobilien bei Knight Frank. „Dadurch wird die Immobilie zu einem besonders seltenen Anlagegut.“

Auf den Balearen haben Mallorca und Ibiza jüngst ein Revival erlebt. Die Zahl der Urlauber hat sich 2014 um 8 respektive 12 Prozent erhöht. In den ersten drei Monaten dieses Jahres haben sich 31 Prozent beziehungsweise 11 Prozent mehr Interessenten die Objektangebote auf diesen Inseln auf der Online-Plattform von Knight Frank angesehen als im Vorjahr.

Die beiden größten Inseln der Balearen bieten gute internationale Schulen, stabile und weit verbreitete T-Verbindungen und rund ums Jahr häufige Flugverbindungen nach Nord- und Westeuropa. Obwohl die Beach-Resorts von Port d’Andratx, Puerto Pollensa und Santa Eulalia die klaren Favoriten sind, werden Zweiwohnsitze in den Inselhauptstädten Palma und Ibiza-Stadt immer beliebter.

Im Mittelmeer zieht Sardinien vor allem reiche Käufer aus Großbritannien, Skandinavien und Russland an. Der Erwerb der Smeralda Holding mit vier Hotels, einer Marina und einem Golfclub in Höhe von 1,35 Milliarden US-Dollar durch die Qatar Holding belegt die Bedeutung von Sardinien als Luxusinsel.

In der Karibik bedeutete die Finanzkrise den Stopp etlicher Projektentwicklungen in 2008/2009. Besonders Inseln mit einer Ausrichtung auf Apartments mittlerer Qualität wie die Turks- und Caicosinseln oder Anguilla und St. Lucia waren hart getroffen. Doch die Zunahme der Touristen nach 2011 spiegelt sich auch in der Zahl der Immobilienverkäufe. Und der seit Mitte 2014 stärkere USDollar schlägt sich allmählich auf die Stimmung am Käufermarkt nieder.

Auf den beliebtesten Inseln haben sich 2014 im Vergleich zum Vorjahr Luxus-Zweitwohnsitze am stärksten in Bali (+15%) verteuert, gefolgt von Mustique (+5%) und Ibiza (+5%).

 Preise für Luxuswohnimmobilien auf den beliebtesten Inseln – Insel Preisveränderung 2014 zu 2013

Bali 15,0%

Mustique 5,0%

Ibiza 5,0%

Jumby Bay 3,0%

Cayman Inseln 2,5%

Bahamas 2,0%

Zypern 2,0%

St. Barts 0,0%

Barbados -3,0%

Mallorca -2,0%

British Virgin Islands -7,0%

Sardinien -8,0%

Quelle: Knight Frank Residential Research

Auf Inseln kann der Wertzuwachs bei Immobilien durchaus stärker sein als auf dem Festland. So sind die Immobilienpreise im Topsegment laut dem Prime International Residential Index von Knight Frank 2014 über alle rund 100 globalen Standorte um 2,6 Prozent gesunken. Die 13 im Index enthaltenen Inseln entwickelten sich dagegen stabil (0%).

Entgegen der landläufigen Meinung stehen Privatinseln bei Käufern von Zweitwohnsitzen selten hoch im Kurs. In den letzten 20 Jahren hat sich die Attraktivität von Privatinseln durch die Ausbreitung des Internets, die globale Finanzkrise mit einer Besinnung auf die etablierten Märkte und ein stärkeres Umweltbewusstsein spürbar verringert. De facto kaufen vor allem Regierungen, Nichtregierungsorganisationen und Umweltschützer solche Refugien. Privatinseln werden zudem selten direkt mit Privatjets angeflogen. Vielmehr erfolgt die Anreise in der Regel per Boot vom nächstgelegenen Flughafen aus. Und nur weniger als 10 Prozent dieser Inseln bieten ihren Einwohnern Steuervorteile.

„Ein weit verbreitetes Vorurteil ist, dass sich nur Millionäre Privatinseln leisten können“, sagt Everett-Allen. „Tatsächlich kosten 65 Prozent dieser Inseln weniger als 500.000 US-Dollar.“ Zudem entlarvt sie den Mythos, dass die Zahl solcher Refugien stetig sinkt. Im Gegenteil entstehen durch Vulkanausbrüche jedes Jahr neue Inseln. Die jüngsten Neuzugänge liegen in Tonga, Russland und Japan. Laut Knight Frank hat sich das Anforderungsprofil bei Immobiliengesuchen auf Privatinseln in den letzten 20 Jahren stark verändert. Sofern vermögende Privatanleger in dieses Segment investieren, kaufen sie selten eine komplette Insel, sondern eher einen Teil davon oder entscheiden sich für eine Halbinsel.

Quelle: Knight Frank