Griechenland, China und die Zinsanhebung durch die Fed sorgen an den Märkten weltweit zwar für Wertschwankungen, eröffnen aber auch Anlagechancen
FRANKFURT/Main (17.8.15) – Die Schuldenkrise in Griechenland, die wilden Schwankungen am chinesischen Aktienmarkt, eine dreistündige Schließung der New York Stock Exchange (NYSE) sowie die bevorstehende Zinserhöhung durch die US-Notenbank tragen maßgeblich zu den starken Schwankungen bei, die in diesem Sommer auf Tagesbasis an den globalen Märkten zu verzeichnen sind. Vier Portfoliomanager von Natixis Global Asset Management erläutern die jüngsten Ereignisse am Markt aus unterschiedlichen Blickwinkeln und gehen darauf ein, wie man trotz solcher Bedingungen erfolgreich investieren kann.
China und Griechenland: Anlagechance oder Problem?
Wir bei Harris Associates sind langfristig orientierte Value-Investoren. Deshalb beschäftigen wir uns mit der Frage, wie sich das weltweite Bruttoinlandsprodukt (BIP) wohl in den nächsten fünf bis sieben Jahren entwickeln wird, anstatt über dessen Tendenz in den kommenden Quartalen nachzudenken. Aus dieser Perspektive betrachtet wird das globale BIP wahrscheinlich nicht nur höher sein als aktuell; auch dürften die Schwellenländer einen größeren Anteil am weltweiten BIP repräsentieren als es derzeit der Fall ist.
Abgesehen davon halte ich es momentan für vielversprechender, in global tätige Unternehmen mit hohem Exposure in Schwellenländermärkten wie China zu investieren, statt Direktinvestments zu tätigen. Obwohl die chinesischen Börsenplätze in diesem Sommer von einer Verkaufswelle erfasst worden sind, sind hoch qualitative chinesische Firmen meines Erachtens nach wie vor nicht preiswerter als international aufgestellte Unternehmen, die in China das ganz große Geschäft machen. Darüber hinaus schätzen wir die Rechtssicherheit und den Schutz hinsichtlich Corporate Governance bei Investments an etablierten Märkten. Ich würde daher beispielsweise eher global ausgerichtete Konsumgüterkonzerne kaufen, die einen Großteil ihres Geschäfts in den Schwellenländern betreiben, statt zu versuchen eine Firma mit Sitz in einem Schwellenland zu finden, das zufällig gerade günstig bewertet ist.
Was Griechenland betrifft, so repräsentiert das Land nur einen sehr geringen Anteil am europäischen BIP. Allerdings sind aufgrund der jüngsten Entwicklungen dort auch die Kurse aller europäischen Aktien gesunken. Viele Portfolios von Harris halten dennoch hohe Gewichtungen in Europa, weil wir hier Value Chancen sehen. Diese Sicht ist unabhängig davon, ob Griechenland letztlich aus der Eurozone ausscheidet oder ob es eine Art Restrukturierung gibt, die es Athen ermöglicht, seine Verbindlichkeiten zu bedienen.
Von William Nygren, CFA®, Portfolio Manager Harris Associates

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