Destatis: Deutsche Exporte im Juli + 6,2 % zum Juli 2014

WIESBADEN (8.9.15) – Im Juli 2015 wurden von Deutschland Waren im Wert von 107,1 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 82,1 Milliarden Euro importiert. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt, waren damit die deutschen Exporte im Juli 2015 um 6,2 % und die Importe um 6,1 % höher als im Juli 2014. Kalender- und saisonbereinigt nahmen die Exporte gegenüber Juni 2015 um 2,4 % auf 103,4 Milliarden und die Importe um 2,2 % auf 80,6 Milliarden Euro zu. Das ist in beiden Verkehrsrichtungen der höchste jemals ermittelte saisonbereinigte Monatswert. 

Die Außenhandelsbilanz schloss im Juli 2015 mit einem Rekordüberschuss von 25,0 Milliarden Euro ab. Im Juli 2014 hatte der Saldo in der Außenhandelsbilanz + 23,5 Milliarden Euro betragen. Kalender- und saisonbereinigt lag der Außenhandelsbilanzüberschuss im Juli 2015 bei 22,8 Milliarden Euro.

Unter Berücksichtigung der Salden für Warenhandel einschließlich Ergänzungen zum Außenhandel (+ 25,7 Milliarden Euro), Dienstleistungen (– 6,3 Milliarden Euro), Primäreinkommen (+ 6,4 Milliarden Euro) und Sekundäreinkommen (– 2,4 Milliarden Euro) schloss – nach vorläufigen Berechnungen der Deutschen Bundesbank – die Leistungsbilanz im Juli 2015 mit einem Überschuss von 23,4 Milliarden Euro ab. Im Juli 2014 hatte die deutsche Leistungsbilanz einen Aktivsaldo von 20,6 Milliarden Euro ausgewiesen.

In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) wurden im Juli 2015 Waren im Wert von 60,4 Milliarden Euro versandt und Waren im Wert von 53,7 Milliarden Euro von dort bezogen. Gegenüber Juli 2014 stiegen die Exporte in die EU-Länder um 6,0 % und die Importe aus diesen Ländern um 6,6 %. In die Länder der Eurozone wurden im Juli 2015 Waren im Wert von 37,7 Milliarden Euro (+ 5,5 %) geliefert und Waren im Wert von 36,8 Milliarden Euro (+ 6,2 %) aus diesen Ländern bezogen. In die EU-Länder, die nicht der Eurozone angehören, wurden im Juli 2015 Waren im Wert von 22,7 Milliarden Euro (+ 6,9 %) exportiert und Waren im Wert von 16,9 Milliarden Euro (+ 7,3 %) von dort importiert.

In die Länder außerhalb der Europäischen Union (Drittländer) wurden im Juli 2015 Waren im Wert von 46,7 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 28,4 Milliarden Euro aus diesen Ländern importiert. Gegenüber Juli 2014 nahmen die Exporte in die Drittländer um 6,4 % und die Importe um 5,3 % zu.

BGA: Außenhandel startet schwungvoll ins zweite Halbjahr

Berlin (8.9.15) – „Die deutschen Ausfuhren starten schwungvoll in die zweite Jahreshälfte und trotzen der insgesamt eher gedämpften Entwicklung der Weltkonjunktur. Der schwache Eurokurs stützt die Nachfrage nach deutschen Gütern in Drittländern. Zusammen mit der weiterhin anziehenden Nachfrage aus Europa und insbesondere auch aus der Eurozone befindet sich die deutsche Außenwirtschaft derzeit auf Rekordkurs. Bemerkenswert ist zudem, dass nun auch das Wachstum der deutschen Importe zu dem der Exporte aufgeschlossen hat. Ein weiteres Indiz für den zurzeit starken Konsum in Deutschland und gut für die weitere wirtschaftliche Stabilisierung, gerade auch der Eurozone.“ Dies erklärt Anton F. Börner, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), heute in Berlin zur Entwicklung des deutschen Außenhandels.

Zuvor hatte das Statistische Bundesamt die Außenhandelszahlen für Juli 2015 bekanntgegeben. Demnach sind die deutschen Exporte im Vorjahresvergleich um 6,2 Prozent gestiegen, während die Importe um 6,1 Prozent zugelegt haben. Damit schloss die Außenhandelsbilanz im Juli mit einem Überschuss von 25,0 Milliarden Euro ab.

„Die deutsche Wirtschaft wirkt vordergründig gesund. Doch gerade in Zeiten positiver wirtschaftlicher Entwicklung müssen die richtigen Weichen für die kommenden Jahre gestellt werden. Ansonsten sind Wachstum und Wohlstand von morgen in Gefahr. Der große Haushaltsüberschuss und die jetzt freigewordenen Mittel des Betreuungsgeldes sollten daher nun dringend für weitere Investitionen in Bildung und Infrastruktur sowie zur weiteren Schuldentilgung genutzt werden. Zur richtigen Weichenstellung gehört natürlich auch, das Freihandelsabkommen TTIP mit den Vereinigten Staaten erfolgreich abzuschließen,“ so Börner abschließend.