Frankfurt/Main (18.9.15)/PK – Es dauert noch ein paar Tage, ehe sich Hans-Dieter Brenner offiziell als Vorstandschef der Landesbank Hessen-Thüringen, der Helaba, verabschieden wird. Nämlich bis zum 30. September. Doch solange mochte Brenner offenbar nicht warten, um Ade zu sagen. Zumindest im Kreis von Journalisten. Sie hatte die Helaba am zurückliegenden Wochenende zu ihrem trationellen Presseempfang eingeladen. Und zwar ins Flight-Center der Lufthansa am Frankfurter Flughafen. Nachdem die Pressevertreter ein paar Starts und Landungen im millionenteuren Simulator mehr oder weniger bravourös absolviert hatten und bis zum Dinner „sicher gelandet“ waren, zog Brenner Bilanz. Berufslebensbilanz. Er tat es mit einer gehörigen Portion Stolz. Völlig zurecht, wie wir finden. Zurecht hauptsächlich deshalb, weil es die Helaba unter Brenners Ägide geschafft hatte, die Finanzkrise unbeschadet und sogar gestärkt zu meistern. Von ein paar Anfangsschrammen einmal abgesehen. Doch die zählen nicht.
Während andere Bankadressen nur mit Hilfe milliardenhoher Steuerspritzen überlebten, schaffte es die Helaba in der Brenner-Ära ihre Rolle im Landesbanken-Konzert zu festigen und auszubauen. Brenner, von Hause aus Wirtschaftsprüfer, erwies sich als gewiefter Stratege, als er die Gunst der Stunde nutzte und der Helaba Filetstücke der einstigen WestLB einverleibte. Dass unter seiner Regie auch die Übernahme der Frankfurter Sparkasse, der Fraspa, vollzogen wurde, erscheint im Licht der WestLB-Mammutaufgabe ein Kinderspiel gewesen zu sein. Aus der Not geboren, erweist sich die Fraspa-Übernahme inzwischen als Glücksfall. Auch dies zählt zu Brenners Verdiensten.
„Helaba klingt wie eine arabische Schlachterei“ – Stand-up-Comedian Ademkarim beim Helaba-Presseempfang am vergangenen Freitagabend.
Nachdem die Helaba in den vergangenen Jahren eisern Rekordkurs hielt, dürfte es Brenners designiertem Nachfolger, dem ehemaligen Fraspa-Chef Herbert Hans Gründker, zumindest nicht leicht fallen, die Helaba auf diesem Kurs zu halten. Denn auch bei ihr zehrt das von der EZB verantwortete Dauer-Niedrig-Zins-Niveau an Erträgen und den Nerven der Manager.
Wie sich die Helaba nach seinem bevorstehenden Abschied entwickeln wird, dürfte Hans-Dieter Brenner nicht kalt lassen. Auch wenn er sich künftig überwiegend um bislang vernachlässigte Dinge kümmern wird. Wie etwa um sein Golf-Handicap. Ihn wurmt, so Brenner kleinlaut, dass seine charmante Frau ein besseres Handicap habe als er. Das müsse sich ändern. Ehe das Brenner-Ehepaar um das bessere Handicap wetteifern wird, werden beide erst einmal Chile erkunden. Die Reise dorthin sei bereits fest eingeplant. Dass Chile in diesen Tagen wieder einmal von heftigen Erdbeben erschüttert worden sei, hält die Brenners nicht von ihren Südamerika-Reiseplänen ab. Wir wünschen Ihnen alles Gute. Und eine erdbedenfreie Zeit in Chile.

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