Berlin (27.10.15) – Rund ein Drittel der Deutschen bereiten Folgen der gegenwärtigen Geldpolitik größte Sorgen. Das ist ein Ergebnis des Vermögensbarometers 2015, das Georg Fahrenschon, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), heute in Berlin vorgestellt hat. „Die Menschen machen sich Sorgen, dass bewährte Formen der Geldanlage kaum noch etwas zum Aufbau des eigenen Vermögens beitragen“, betonte Fahrenschon. Bei Haushalten mit einem monatlichen Nettoeinkommen bis zu 2.500 Euro steigen die Sorgen über die Auswirkungen der Niedrigzinsen an, in dieser Gruppe nannten 38 Prozent die Entwicklung des Leitzinses als größten Sorgenfaktor.

„Es ist deutlich erkennbar, dass die Auswirkungen der anhaltenden Niedrigzinsphase immer weitere Bevölkerungsgruppen erreichen. War bisher vor allem die Niedriglohngruppe betroffen, sind mittlerweile auch die Leistungsträger in der Mitte unserer Gesellschaft immer weniger in der Lage, durch ihre Anlageformen den Niedrigstzinsen zu entgehen“, sagte Fahrenschon.

Derzeit haben Menschen in der mittleren Einkommensgruppe mit einem sicherheitsbewussten Sparverhalten nur wenige Möglichkeiten, sich ein überschaubares eigenes Vermögen aufzubauen. Die beliebtesten Vorsorgemaßnahmen sind dort laut Vermögenbarometer 2015 Lebensversicherungen (58 Prozent), das Sparbuch (55 Prozent) und Rentenversicherungen (53 Prozent).

Nur gut jeder Fünfte in dieser Gruppe der typischen deutschen Leistungsträger hält dagegen Aktien und Investmentfonds für geeignet, um ein eigenes Vermögen aufzubauen. Und tatsächlich nutzen auch nur 28 Prozent diese Anlageform für ihre Altersvorsorge. „Wir brauchen eine breit angelegte Wertpapierkultur in Deutschland. Die Politik sollte dies durch eine Entbürokratisierung der Wertpapierberatung unterstützen“, sagte Fahrenschon.

Bundesweit wurden für das Vermögensbarometer 2015 im Juli und August Bundesbürger ab 14 Jahren in einer repräsentativen Umfrage durch die icon Wirtschafts- und Finanzmarktforschung befragt.