Berenberg: David gegen Goliath – Auch 2015 schlagen MDAX und TecDAX wieder den DAX

 

Hamburg (12.1.16) – Auch das Jahr 2015 hat der Deutsche Aktienindex (DAX) im positiven Bereich beendet und legte um gut 10 % zu. Das sind für Investoren gute Renditen, gerade in Zeiten, in denen man für eine 10-jährige Bundesanleihe kaum mehr als 0,5 % bekommt. Es ist allerdings ein häufig auftauchender Fehler, stets nur auf den Hauptindex zu schielen, denn es geht noch besser: Der MDAX, in dem die 50 nächstgrößten Werte nach dem DAX enthalten sind, legte um 23 % zu und schlug damit den DAX in sieben der letzten zehn Jahre. Der auf Technologiewerte spezialisierte TecDAX legte gar um über 30 % zu.

Dieses regelmäßig wiederkehrende Phänomen, dass Aktien kleiner und mittelgroßer Unternehmen langfristig besser abschneiden, ist nicht ganz unbekannt. „Es gibt dafür auch handfeste, ökonomische Erklärungen“, erläutert Ingo Koczwara, Portfoliomanager des Fonds Berenberg-1590-Aktien Mittelstand. „Diese Unternehmen zeichnen sich häufig durch Kontinuität in der Firmenführung aus. Sie verfolgen langfristige Strategien und besetzen eine technologische oder marktspezifische Nische, in der sie oft zu den Weltmarktführern zählen. Diese starken Wettbewerbspositionen zeichnen sich durch hohe Margen und geringen Wettbewerbsdruck aus. Per saldo sind sie so in der Lage, ihren Umsatz und Gewinn stärker zu steigern als komplexe Konzerne. Diese Stärke wird über die Jahre mit einer besseren Wertentwicklung der Aktien belohnt.“

Beispiele dafür gibt es viele: wie den Pharma- und Laborzulieferer Sartorius aus dem niedersächsischen Göttingen, gegründet 1870, der mit über 5.600 Mitarbeitern seinen Umsatz seit 2010 von rund 660 kontinuierlich auf über 890 Mio. EUR steigern konnte. Das Ergebnis je Stammaktie ist im gleichen Zeitraum von 2,28 EUR auf 4,31 EUR geklettert. Oder den 1895 gegründeten Maschinenbauer Dürr aus dem schwäbischen Bietigheim-Bissingen. Heute hat das Unternehmen mehr als 8.000 Mitarbeiter und ist weltweit führender Automobilzulieferer im Bereich Lackiersysteme. Dürr ist in 30 Ländern präsent und macht 80 % seines Umsatzes im Ausland. Seit 2009 steigerte die Firma ihren Umsatz um das 2,5-Fache und verfünffachte das operative Ergebnis.
Dass solche Erfolgsgeschichten nicht jedermann bekannt sind, hat einen besonderen Grund. „Kleine und mittelgroße Firmen stehen weniger stark im Fokus der Medien und großer Investoren. Deshalb finden sie auch bei Analysten kaum Beachtung“, erklärt Koczwara. „Für uns ist das gut. Denn dort lassen sich durch die intensive Arbeit unserer Analysten noch echte Perlen finden. Die jüngste Ergänzung in unserem Mittelstandsportfolio ist die SLM Solutions Group, ein führender Anbieter im 3-D Metal Printing aus Lübeck.“

Ein Selbstläufer ist ein Investment in Small und Mid Caps trotzdem nicht. Die höhere Rendite im Gesamtsegment hat auch einen Preis in Form von Schwankungen. So geht die Schere zwischen Gewinnern und Verlierern in diesem Segment häufig weiter auf als im DAX. Auf Sicht von einem Jahr legten zum Beispiel die besten fünf Titel im MDAX im Durchschnitt um 76 % zu, während die Tabellenletzten mehr als 20 % an Wert verloren.
Daneben besteht natürlich das Risiko bei einem Investment in Einzelwerten, dass der Marktpreis als Folge der allgemeinen Entwicklung des Marktes fällt. Dividenden sind ebenfalls nicht in Stein gemeißelt und können durchaus stark schwanken. Muss der Anleger in Stressphasen eine Einzelaktie veräußern, erleidet er einen Verlust, falls der Preis beim Kauf der Aktie höher war.

Die richtige Aktienauswahl ist also der Schlüssel zum Erfolg. Aus diesem Grund hat Berenberg über die letzten Jahre in seine Research-Kapazitäten investiert und beschäftigt mittlerweile über 80 Analysten mit einer ausgewiesenen Kernkompetenz im Small- und Mid-Caps-Bereich. Neben jahrelanger Erfahrung und sauberer Tiefenanalyse ist der direkte Kontakt zu der Geschäftsleitung oft ein entscheidender Vorteil, den viele Wettbewerber so nicht immer haben. Seit der Finanzkrise haben viele Großbanken ihr Research-Engagement stark zurückgefahren, während Berenberg es weiter ausgebaut hat. Oftmals werden deutsche Werte aus der „zweiten Reihe“ nur von einigen wenigen Analysten bewertet. „Deshalb ist es hier möglich, sich durch akribische Arbeit einen Informationsvorsprung zu verschaffen und einen echten Mehrwert für den Anleger zu generieren“, erläutert Koczwara das Erfolgskonzept des Fonds.

Die fokussierte Aktienstrategie des Fonds setzt auf die besten Ideen aus dem deutschsprachigen Small- und Mid-Caps-Universum und wählt hier durchschnittlich 25 erfolgversprechende Titel aus. „Neben den strukturellen, konjunkturunabhängigen Wachstumstrends der Unternehmen und der dominanten Wettbewerbsposition achten wir auch darauf, dass bei einem Großteil der Unternehmen die Gründerfamilie noch eine aktive Rolle spielt. Gelebte Unternehmensführung und persönliche Verantwortung der Kompetenzträger garantieren, dass die Geschäftsleitung mit den Anteilseignern in einem Boot sitzt.“

Dieser Ansatz, erklärt Koczwara, habe sich auch im turbulenten Jahr 2015 bewährt: „Tatsächlich ließen die Diskussionen um Griechenland, China und VW unser Mittelstandsportfolio nahezu unberührt. Es konnte das Jahr mit einem kräftigen Plus von 30 % abschließen und damit auch im zweiten Jahr seit der Auflage den MDAX deutlich schlagen.“ Aufgrund dieses Erfolges und des regen Interesses ist das Mittelstandsportfolio seit Dezember 2015 über den Fonds Berenberg- 1590-Aktien Mittelstand auch öffentlich zugänglich.