Deutsches Aktien-Institut: Negativer Trend

gebrochen – Zahl der Aktienbesitzer steigt

um mehr als eine halbe Million

 

Frankfurt/Main (9.2.16) – Die Deutschen haben in 2015 wieder Vertrauen in die Aktie und den Aktienfonds gefasst. Im Jahresdurchschnitt lag die Zahl der Aktionäre und Aktienfondsbesitzer bei gut 9 Millionen und damit auf dem höchsten Stand der letzten drei Jahre. Das sind rund 14 Prozent der Bevölkerung. Im Vergleich zu 2014 wurden damit 560.000 Aktienbesitzer mehr gezählt, was einem Plus von 6,7 Prozent entspricht. Angesichts des anhaltend niedrigen Zinsniveaus interessieren sich offenbar viele Anleger zunehmend für renditestärkere Anlageformen wie Aktien und Aktienfonds.

Dies zeigen auch die jüngeren Statistiken der Bundesbank zur Vermögensbildung, in der Zuflüsse in Aktieninvestments berichtet wurden. Diese Entwicklung unterstütztvermutlich die verstärkte Berichterstattung in den Medien, in der die Aktienanlage deutlich öfter als in der Vergangenheit als Alternative zu Sparbuch, Festgeld und Staatsanleihen beschrieben wird.

Die Zahl der Aktionäre ist trotz hoher Volatilitätan den Aktienmärkten gestiegen.

Offensichtlich ist den Anlegern zunehmendbewusst, dass Aktieninvestments kurzfristigzwar mit merklichen Kursausschlägen nach oben und nach unten verbunden sein können,diese Schwankungen in der langen Frist jedoch zugunsten einer attraktiven Rendite in den Hintergrund treten. Wenn Anleger in der Aktie kein kurzfristiges „Spekulationsobjekt“,sondern eine nachhaltig renditeträchtige Anlageform sehen, ist dies ein gutes Zeichen für die Aktienkultur in Deutschland. Dies muss sich jedoch im Jahr 2016 und danach noch bestätigen. Der deutliche Kurseinbruch an den Aktienmärkten im Januar 2016 ist daher sowohl für die Entwicklung der Aktionärszahlen als auch für die Wahrnehmung der Aktienanlage in der Öffentlichkeit eine wichtige Prüfung.

Nicht nur den neuen Aktienanlegern ist dabei prinzipiell zu empfehlen, Ruhe zu bewahren. So konnten die Anleger mit einem breit gestreuten Aktieninvestment in der Vergangenheit im Mittel eine Rendite von gut 9 Prozent erwirtschaften. Im Vergleich dazu lag die Rendite deutscher Staatsanleihen über den gleichen Zeitraum im Mittel bei etwa 7 Prozent.

Dieser Renditeabstand erscheint nicht besonders groß. Er macht sich aber in der langen Frist deutlich bemerkbar. Wer beispielsweise am Ende seiner Berufstätigkeit 10 Jahre lang eine Zusatzrente von etwa 1.000 Euro beziehen möchte, muss dafür mit Aktien etwa 26 Jahre lang 100 Euro monatlich zur Seite legen. Bei der historischen Rendite am Rentenmarkt muss man hingegen 30 Jahre lang 100 Euro monatlich sparen. Und beim aktuellen Zinsniveau, das bei deutschen Staatsanleihen je nach Laufzeit zwischen 0,5 und 1 Prozent liegt, ist ein „normales“ Sparerleben viel zu kurz.

Ein breites Aktieninvestment ist daher von großer vermögenspolitischer Bedeutung. Der Anleger erreicht damit auf einfache Weise in kürzerer Zeit ein geplantes Vermögen oder eine zusätzliche Reserve für das Alter. Es ist insofern sehr bedenklich, dass junge Sparer grundsätzlich deutlich weniger Interesse an der Aktie zeigen als ältere Sparer. Positiv ist jedoch, dass sich auch hier im Vergleich zum Jahr 2014 eine Trendwende abzeichnet. Die Zahl der Aktienbesitzer unter 40 Jahren hat um insgesamt 170.000 und damit um 10 Prozent zugelegt. Positiv ist auch, dass sich die Aktienkultur in Ost- und Westdeutschland zunehmend angleicht. Ohne Zweifel bleibt auch die Politik weiter gefragt, damit Aktieninvestments künftig stärker von den Anlegern genutzt werden.

Quelle: DAI