Volksbanken und Raiffeisenbanken bauen 2015 Marktposition aus

Frankfurt/Main (3.3.16) – Die Volksbanken und Raiffeisenbanken bilanzieren für 2015 einmal mehr ein erfolgreiches Geschäftsjahr: Trotz zunehmendem Margen- und Kostendruck bleiben die Erträge mit 2,1 Mrd. Euro auf unverändert gutem Niveau.  Mit einem Plus von 6,5 Mrd. Euro auf 154,1 Mrd. Euro bei den Einlagen (+4,4 %) und 5,6 Mrd. Euro auf 124,7 Mrd. Euro bei den Krediten (+4,7 %) können sie ihre starke Marktposition weiter ausbauen. Die Bilanzsumme im Verbandsgebiet des Genossenschaftsverbands übertrifft erstmals die 200-Milliarden-Euro-Marke (+4,1 % auf 205,3 Mrd. Euro). Auch bedingt durch 6 Fusionen liegt die durchschnittliche Bilanzsumme der 281 Kreditgenossenschaften inzwischen bei 731 Mio. Euro (+5,9 %).

„Die Volksbanken und Raiffeisenbanken sind und bleiben ein Faktor der Stabilität im Bankenmarkt“, kommentiert Verbandspräsident Michael Bockelmann. Das fortgesetzte Volumenwachstum im Kundengeschäft liege über der Entwicklung des Gesamtmarkts. Das zeige auch der kontinuierliche Zuwachs bei den Mitgliedern: Deren Zahl steigt im Verbandsgebiet um 50.939 (+1,2 %) auf fast 4,3 Mio.

Anleger zeigen weiter hohe Liquiditätsneigung – bei Finanzierung dominieren langfristige Kredite
Die Zunahme der Kundeneinlagen wird unverändert von den täglich fälligen Verbindlichkeiten gespeist: mit einem Plus von 9,4 Mrd. Euro auf 97,5 Mrd. (+10,7 %). Der Strukturanteil der täglich fälligen Verbindlichkeiten an den Kundeneinlagen liegt inzwischen bei 63,3 % nach 59,6 % zum Jahresende 2014. „Mit Blick auf die wachsende Gefahr einer Vorsorgelücke fürs Alter stehen die Volksbanken und Raiffeisenbanken unverändert in der Verantwortung, ihre Kunden für die Vorteile einer stärker diversifizierten Geldanlage zu sensibilisieren“, betont Bockelmann.

Die Entwicklung auf der Aktivseite der Bilanz ist geprägt vom Wachstum der Kredite: 2015 war das dritte Jahr in Folge mit Steigerungsraten von mehr als 4 %. Der Bestand an langfristigen Krediten über fünf Jahre erhöhte sich um 5,2 % auf 106,9 Mrd. Euro. Ihr Anteil am Gesamtvolumen stieg erneut, von 85,4 % auf 85,8 %. „Der Niedrigzins beflügelt die private und gewerbliche Investitionsbereitschaft“, kommentiert Bockelmann. „Allerdings resultiert aus dem fehlenden Preis für das Eingehen von Risiken die Gefahr von Fehlallokationen.“
Nach 1,13 % im Jahr 2013 und 1,07 % 2014 rechnet der Genossenschaftsverband für 2015 mit einem weiter auf 1,03 % der durchschnittlichen Bilanzsumme (dBS) rückläufigen Betriebsergebnis. Bockelmann: „Darin spiegeln sich die ungünstigen Rahmenbedingungen durch steigende Regulierungskosten sowie die EZB-Politik des billigen Geldes.“ Dank der größeren Volumina im Kundengeschäft beläuft sich das Betriebsergebnis in absoluten Zahlen unverändert auf 2,1 Mrd. Euro.

Bewältigung des digitalen Wandels hat hohe Priorität
Hohe Priorität hat für Michael Bockelmann die Bewältigung des digitalen Wandels: „Das Kundenverhalten ändert sich durch Möglichkeiten der Digitalisierung. Nur bei ganz wenigen Themen wollen sie noch dem Berater in die Augen schauen.“ Die zunehmende Digitalisierung beschleunige die Innovationsgeschwindigkeit und verändere das Informations- und Kaufverhalten der Kunden, auch in Bezug auf Bankgeschäfte. So ist 2015 der Anteil der Kunden mit Online-Transaktionen von 48 % auf 51 % gewachsen. Die Anzahl der Downloads der Mobile Banking Apps erreichte bis Ende 2015 die Marke von 4,5 Mio. (2014: 3,4 Mio.).