10032016_Clubabend_am09022016_Bankhaus_von_Metzler_Fotos_PK 004

Friedrich von Metzler, Chef der traditionsreichen Privatbank Metzler in Frankfurt, zum ersten Mal zu Gast im Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten. Friedrich von Metzler wußte bereits in jungen Jahren, dass er Bankier werden und damit in die Fußstapfen seines Vaters treten wolle. Er sei ein glücklicher Bankier, outete sich von Metzler. Man sieht es ihm an. — Foto:PK

Frankfurt/Main (10.3.16)/PK  – Irgendwie hatte es Bankier Friedrich von Metzler am Mittwochabend geahnt, dass die EZB ihre Zinstalfahrt und damit ihre Irrfahrt noch beschleunigen werde. Mit leiser, besorgter Stimme warnte der Chef der traditionsreichen Frankfurter Privatbank Metzler die EZB und deren Präsident Mario Draghi, so als wolle er ihm ins Gewissen reden: „Die EZB kann ich nicht so ganz verstehen.“ Mit dem von der EZB eingeschlagenen Zinskurs werde in Deutschland die Altersarmut provoziert und verschärft. – Friedrich von Metzler war am Mittwochabend Gast im Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten. Zum ersten Mal.

Metzler nutzte die Gelegenheit für einen historischen Streifzug durch mehrere Jahrhunderte Frankfurter und deutscher Banken- und Wirtschaftsgeschichte. Aber auch dazu, um sich zu aktuellen Fragen zu äußern. Wie etwa der angestrebten Fusion der beiden Börsen in Frankfurt und London. Diese Fusion begrüßte von Metzler ausdrücklich. In einem entscheidenen Punkt verlangte der Bankier indes eine Korrektur. Während die Verhandlungspartner derzeit den Hauptsitz der fusionierten Börse in London planen, drängt von Metzler darauf, dass er in Frankfurt eingerichtet werde.  Von Metzler begründete seine Forderung zum einen mit der Gefahr des drohenden Brexits, also dem Ausstieg Groß-Britanniens aus der EU und zum anderen mit der viel längeren Tradtion der Frankfurter Börse. Während die Frankfurter Börse im Jahr 1585 gegründet wurde, erfolgte die Gründung der Londoner Börse erst mehr als 100 Jahre später, nämlich im Jahr 1698. Außerdem sei die Deutsche Börse im Markt für Handelsplattformen und Abwicklungssysteme durch ihr integriertes Geschäftsmodell – Sichtwort: alles unter einem Dach – sehr gut positioniert. Auch aus diesem Grund sei es für ihn nur folgerichtig, „dass Frankfurt am Main der künftige Hauptsitz der funsionierten Börse werde.“ Die Deutsche Börse sei größer (als die Londoner) und insbesondere im Bereich Terminmarkt, Clearing und in der Verwahrung von Wertpapieren leistungsfähiger (als London). Und schließlich sei die IT-Kompetenz in Frankfurt (und nicht in London) angesiedelt.