Industriekreditbank: Reformstau in Japan
neutralisiert expansive Geldpolitik
Düsseldorf (18.3.16) – Die geldpolitischen Maßnahmen der Bank of Japan scheinen an ihre Grenzen zu stoßen. Die Hoffnung, die Deflationsmentalität der Japaner zu überwinden, scheint sich nicht zu erfüllen. Vielmehr ist zu beobachten, dass die Inflationserwartungen deutlich zurückgehen. In Anbetracht der Strukturprobleme Japans – hohe Schuldenquote, Überalterung der Gesellschaft und vergleichsweise geringe Produktivität – verwundert das nicht.
Das Beispiel Japan zeigt auch, wie notwendig eine offene Gesellschaft und eine flexible Wirtschaft sind, um eine Krise zu bewältigen und eine ökonomische Neuausrichtung sicherzustellen. Hier hat Europa deutliche Wettbewerbsvorteile.
Wie in manchen Ländern Europas, so werden auch in Japan Reformpläne nur teilweise und schleppend umgesetzt. Dies wiederum belastet die Effektivität fiskalischer wie geldpolitischer Stimulierungsmaßnahmen. Japan verharrt seit Jahren im Krisenmodus, da die Angebotsseite kurzfristige Wachstumsimpulse nur sehr begrenzt in nachhaltiges Wachstum umsetzen kann. Japan zeigt, wie wichtig die Kombination von strukturellen Reformen und Nachfragestimulierung in konjunkturellen Krisen ist.

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