Konjunkturprognose des Sachverständigenrats: Aufschwung lahmt
Frankfurt/Main (23.3.16) – Der Sachverständigenrat erwartet für die Jahre 2016 und 2017 jahresdurchschnittliche Zuwachsraten des deutschen Bruttoinlandsprodukts von 1,5 % beziehungsweise 1,6 %. Die bisherige Prognose wird aufgrund eines etwas schwächeren außenwirtschaftlichen Umfelds für das Jahr 2016 leicht nach unten korrigiert.
Der moderate Aufschwung setzt sich aber
fort. Er wird getragen von den inländi-
schen Konsumausgaben. Sie spiegeln im We
sentlichen die gute Verfassung am Ar-
beitsmarkt und die expansive Fiskalpolitik wider. Insgesamt liegen die prognostizier-
ten Zuwachsraten des Bruttoinlandsproduk
ts oberhalb des Wachstumspotenzials.
Die Auslastung der Produktionskapazität
en dürfte somit weiter zunehmen.
Die Turbulenzen auf den internationalen
Finanzmärkten zum Jahresbeginn 2016
weisen aus Sicht des Sachverständigenra
tes nicht auf einen globalen Wachstums-
rückgang hin. Der starke Rückgang der Bankak
tien spiegelt die geringeren Profitabi-
litätserwartungen und eine gestiegene Ma
rktdisziplin wider. Neben den neuen Ab-
wicklungsregeln spielten die Erwartungen ei
ner weiteren Lockerung der Geldpolitik
eine Rolle. Der gleichzeitig zu beobachten
de Anstieg der Risikoprämien auf Staatsan-
leihen in einigen Ländern des Euro-Raums
war eine Reaktion der Märkte auf die
nachlassende Reform- und Ko
nsolidierungsbereitschaft.
Die Flüchtlingsmigration war im vergangenen Jahr etwas höher als noch im No-
vember erwartet. Verfahrensengpässe be
i der Antragstellung und der Entscheidung
über die Asylanträge verzögern nun die
Arbeitsmarktintegration von anerkannten
Flüchtlingen. Die Mehrausgaben für die öffentlichen Haushalte erscheinen im Prog-
nosezeitraum weiterhin ohne neue Schu
lden oder Steuererhöhungen finanzierbar.

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