Ifo: Personenkontrollen vermindern bayerische Wirtschaftsleistung um 31 bis 77 Euro pro Kopf

München (8.4.16) – Die systematische Kontrolle von Personen an der bayerischen Grenze zu Österreich, am Brenner sowie auf der Balkan-Route würde die Wirtschaftsleistung des Bundeslandes um 400 bis 990 Millionen Euro im Jahr mindern. Das wären 0,07 bis 0,18 Prozent oder 31 bis 77 Euro pro Kopf der bayerischen Bevölkerung. Das hat das ifo Institut in einem Forschungsbericht berechnet, der demnächst veröffentlicht wird. „Diese Kosten machen allerdings nur einen Bruchteil jener Summen aus, die durch unkontrollierte Massenzuwanderung entstehen würden“, sagt Gabriel Felbermayr, Leiter des ifo Zentrums für Außenhandel und einer der Autoren der Studie. Die bayerischen Waren-Exporte fielen in diesem Szenario um 1,7  Milliarden Euro im Jahr niedriger aus, die Waren-Importe wären um 2,2 Milliarden Euro geringer.

„Bei systematischen Personenkontrollen nur an der bayerischen Grenze zu Österreich fiele die bayerische Jahres-Wirtschaftsleistung um 240 bis 580 Millionen Euro, das sind 0,04 Prozent bis 0,11 Prozent. Das sind Ausfälle von 18 bis 45 Euro pro Kopf im Jahr“, sagte Felbermayr weiter. Bei systematischen Personenkontrollen an allen europäischen Schengen-Grenzen würde die bayerische Jahreswirtschaftsleistung um 0,79 bis 1,93 Milliarden Euro sinken, also um 0,15 bis 0,36 Prozent der Jahreswirtschaftsleistung des Bundeslandes. „Das wären 61 bis 151 Euro pro Kopf und Jahr“, ergänzte Felbermayr.

Effekte auf den Überseehandel wurden in diesen Zahlen nicht berücksichtigt. Ebenfalls unberücksichtigt blieb, dass die Kontrollen nur die Einreise, nicht aber die Ausreise betreffen, und dass ein beträchtlicher Teil der Handelsströme gar nicht über die Straße geht. „Die berechneten Zahlen sind daher als Obergrenzen anzusehen“, sagte Felbermayr.

Personenkontrollen wirken wie ein Zoll von 0,5 Prozent. Erfahrungen an den Grenzen der USA zu Kanada und Mexiko zeigen, dass dort Lastwagen im Durchschnitt 20 Minuten warten müssen.