Ifo-Präsident Fuest lobt und tadelt die Europäische Zentralbank
München (21.4.16) – Der neue ifo-Präsident Clemens Fuest hat EZB-Präsident Mario Draghi gelobt dafür, dass er die Idee des Helikoptergeldes fallengelassen hat. „Das finde ich gut. Denn Helikoptergeld würde die Glaubwürdigkeit der Geldpolitik untergraben“, sagte Fuest in München. Draghi hatte zuvor erklärt: „Wir haben nie darüber gesprochen.“ Fuest fügte an, es sei auch richtig, wenn Draghi sage, die Regierungen Europas hätten bislang „viel zu wenig getan“ für Reformen. „Er möge gehört werden mit seiner Mahnung. Die Geldpolitik kann nicht als Ersatz für Reformen dienen. Hier muss die Politik dringend nachbessern“, sagte Fuest.
Kritisch dagegen sieht Fuest den Plan der Zentralbank, Unternehmensanleihen auch am Primärmarkt zu kaufen. Damit könnten Firmen ihre Risiken auf die EZB verlagern. „Zwar wäre eine Beschränkung auf den Sekundärmarkt nur ein schwacher Schutz vor dem Erwerb überteuerter Anleihen durch die EZB, aber immerhin ein Signal dafür, dass das Kaufprogramm nicht dazu da ist, Risiken aus faulen Unternehmenskrediten zu vergemeinschaften.“

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