IG Metall fordert Kurswechsel

in der Rentenpolitik

 

Frankfurt/Main (25.4.16) – Die IG Metall hat einen Kurswechsel in der Rentenpolitik gefordert. „Es ist richtig, die Rente zu einem zentralen politischen Thema zu machen“, sagte Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall, am Montag in Frankfurt. „Die Absicherung für‘s Alter über die gesetzliche Rente ist für die Mehrheit der Menschen in diesem Land existenziell. Wer lange gearbeitet hat, muss deshalb darauf vertrauen können, eine auskömmliche Rente zu bekommen. Rente muss für Lebensqualität im Alter sorgen und ist daher weit mehr als Armutsvermeidung“, sagte Hofmann.

 

Deshalb sei die derzeitige Fokussierung allein auf die Beiträge falsch. „Der Leistungsanspruch aus der gesetzlichen Rente muss wieder in den Mittelpunkt der Debatte gestellt werden. Wir brauchen einen umfassenden Kurswechsel in der Rentenpolitik, der ein weiteres Absinken der gesetzlichen Rente verhindert, sowie solidarische Ausgleichsmaßnahmen, etwa in der Erwerbsminderungsrente und den Ausbau der betrieblichen Altersversorgung, beinhaltet“, sagte der IG Metall-Vorsitzende. Abstrichen an der gesetzlichen Rente in Form einer Verlängerung der Lebensarbeitszeit, wie sie Finanzminister Schäuble ins Gespräch gebracht habe, erteilt die IG Metall eine scharfe Absage.

 

„Die Menschen haben ein Recht auf eine leistungsgerechte und auskömmliche gesetzliche Rente“, sagte Hans-Jürgen Urban, für Sozialpolitik zuständiges geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall. Deshalb müssten die Alterseinkünfte aus der Rentenversicherung zukünftig wieder im Gleichklang mit den Arbeitseinkommen steigen.

 

Zudem müsse die betriebliche Altersversorgung in Zukunft eine wichtige Rolle einnehmen. „Die Ergebnisse der bereits vorgelegten Gutachten des BMF und BMAS bestärken uns darin, weiter an der Ausgestaltung eines Sozialpartnermodells zu arbeiten. Wir begrüßen viele Empfehlungen der Gutachten, die nun durch die Politik umgesetzt werden müssen. Wir werden uns in diesen Prozess konstruktiv und kritisch einmischen“, sagte Hofmann.