Frankfurt/Main (9.6.16)/PK – Die Zahlen im Autokennzeichen des Helaba-Vorstandschefs Herbert Hans Grüntker verraten, wie lange der in Frankfurt geborene Banker an der Spitze der Landesbank Hessen-Thüringen noch wirken will: nämlich bis 2020. Ob er bis dahin noch erleben werde, dass die Europäische Zentralbank wieder die Leitzinsen erhöht, bezweifelt er. „Wir sind vier Jahre nach ‚What ever it takes….'“, also vier Jahre nach der denkwürdigen Ankündigung des EZB-Präsidenten Mario Draghi, alles zu unternehmen, um den Euro zu stützen und zu retten. Und nichts deute auf ein Ende dieser Phase hin. Im Gegenteil.
Was Draghis „What-ever-it-takes“-Kurs konkret heißt, bekam die Finanzwelt erst am Mittwoch wieder zu spüren. Denn die Europäische Zentralbank begann damit, wie angekündigt, Unternehmensanleihen zu kaufen. Die Folgen dieser Kaufwut der Europäischen Zentralbank sind für den Helaba-Chef klar: die Renditen der Unternehmensanleihen werden sinken. So wie dies bei all‘ den anderen Assets geschehen ist, die die EZB bislang schon in ihr Aufkaufprogramm aufgenommen hat. „Den Beweis, dass diese unkonventionellen Maßnahmen dem Euroraum als Ganzes und den einzelnen Ländern helfen, steht noch aus“, kritisierte Grüntker in Richtung Frankfurt Ostend, dorthin, wo die Türme der EZB stehen.

Helaba-Vorstands-Vorsitzender Herbert Hans Grüntker, in Frankfurt geboren, hat nun sein Faible für Düsseldorf entdeckt. Der Standort soll ausgebaut werden.
Nicht nur am Mittwochabend waren die EZB-Türme vom 46. Stockwerk der Helaba-Zentrale aus gut zu sehen. Die Nähe zwischen Helaba-Hochhaus und EZB-Banktürmen darf freilich nicht darüber hinwegtäuschen, dass zwischen dem geldpolitischen Kurs der Euro-Währungshüter und der Helaba symbolisch ein tiefer Graben liegt. Vor Mitgliedern des Internationalen Clubs Frankfurter Wirtschaftsjournalisten beklagte Helaba-Chef Grüntker, dass die Ertragsschwäche, unter der die Helaba und mit ihr der Rest der Finanzwelt leidet, nicht nur, aber zum Großteil der Null-Zins-Politik des Herrn Draghi geschuldet sei. „Die Eigenkapitalrenditen werden sich in unserer Branche rückläufig entwickeln.“ Dass die Helaba dem „enormen Anpassungsdruck“ erfolgreich trotzen kann, dessen ist sich Grüntker sicher. Sicher deshalb, weil „wir nach wie vor von unserem erfolgreichen und bewährten Geschäftsmodell und dem konservativen Risikoprofil profitieren.“ Dieses Geschäftsmodell will Grüntker unter anderem durch den Ausbau der Geschäfte in Nordrhein-Westfalen fortentwickeln.
Die Helaba hatte in jüngster Vergangenheit Teile der einstigen West-LB übernommen und sich damit eine starke Basis im größten deutschen Bundesland geschaffen. Der Standort Düsseldorf, wo die Helaba nach der West-LB-Teil-Übernahme bereits mehrere Hundert Leute beschäftigt, soll ausgebaut werden. Wie und in welchem Umfang genau, ließ Grüntker offen. Wie ehrgeizig die Helaba in Nordrhein-Westfalen sein will, zeigt sich an einer wichtigen Kleinigkeit. Halb ernsthaft, halb kokettierend lud er die Journalisten ein, Ideen für einen neuen Firmennamen zu entwickeln. In der derzeitigen Firmierung Helaba spiegelt sich lediglich die enge Verbundenheit mit Hessen, nicht aber die bereits seit Jahren bestehende mit Thüringen, geschweige denn zu Nordrhein-Westfalen wider.
Weil die Helaba mit drei Bundesländern verbunden ist, lautet unser Firmenvorschlag: Trilaba oder Triangle-Bank.


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