Tagesgeldindex Juli 2016: Zinsen nach dem Brexit – Beim Tagesgeld durchschnittlich 0,32 Prozent – „Brexit“ bei Einlagensicherung bemerkbar

Frankfurt/Main (6.7.16) – Ob die dahinschmelzenden Sparzinsen mit dem Sommerbeginn oder den Ereignissen in Großbritannien zusammenhängen, lässt sich nicht nachweisen. Allerdings nutzen Banken die warme Jahreszeit gerne, um ihre Zinssätze anzupassen. Im Zeitraum zwischen dem 1. Juni und dem 1. Juli 2016 sank der durchschnittliche Tagesgeldzins auf 0,32 % – ein Minus von 3,03 % im Vergleich zum Vormonat. Der Durchschnittszins der Top-5-Angebote fiel auf 1,15 % (Juni: 1,18 %). Das Fachportal Tagesgeldvergleich.net erhebt monatlich die Neukundenzinsen von 126 Tagesgeldern – jeweils für Einlagen von 5.000 und 50.000 Euro.

Zwölf Mal abwärts
Zinstechnisch nachgegeben haben im angegebenen Zeitfenster speziell Anbieter mit überdurchschnittlichen Zinssätzen. Um jeweils 10 Basispunkte ging es z. B. bei der LeasePlan Bank und der Opel Bank abwärts. Erstere bietet jetzt 0,75 % Zinsen, die letztgenannte Bank 0,60 %. Die stärkste Zinskorrektur verzeichnete die Erfurter Direktbank. Neukunden beim Tagesgeld erhalten statt 1,00 % jetzt lediglich noch 0,30 %. Insgesamt senkten 12 von 126 Finanzinstituten im Juni ihre Zinsen.

Brexit: Einlagensicherung beachten!
Hinsichtlich des angekündigten EU-Austritts von Großbritannien („Brexit“) und des Kursverlaufs beim Pfund wird Sparern mit einem Sparkonto auf der Insel geraten, ihre dortigen Einlagen mit Blick auf die Einlagensicherung anzupassen. Die britische Einlagensicherung schützt Einlagen bis zu einer Höhe von 75.000 GBP pro Kunde. Das entspricht nach derzeitigem Kurs jedoch nicht mehr die üblichen 100.000 Euro, sondern etwas weniger als 90.000 Euro. „Wir empfehlen vorsichtshalber einen Puffer zwischen Einlage und Einlagensicherung einzubauen“, erläutert Daniel Franke, Betreiber von Tagesgeldvergleich.net.

Inflationsrate klettert auf 0,30 %
Die Inflationsrate zog im Juni 2016 leicht an und liegt nun bei 0,30 %. Dieser Wert lässt sich mit einem durchschnittlichen Tagesgeld weiterhin schlagen – wenngleich nur knapp. Eine positive Realrendite ist immerhin noch drin.

Gespart wird weiter
Gespart wird trotz sinkender Zinsen fleißig: Das Volumen der täglich fälligen Einlagen stieg auf 1.142,947 Milliarden Euro – ein Anstieg um 0,24 % zum Vormonat.

Zins-Tipp für Juli 2016:
1,15 % Zinsen gibt es bei der Ferratum Bank ab einer Mindesteinlage von 500 Euro. Der Zins wird 6 Monate lang garantiert.