
Fruchtlose Fleißarbeit? – Zum 15. Mal hat die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) ihre Studie zu Vorstandsvergütungen deutscher Dax- und M-Dax-Unternehmen vorgelegt, gemeinsam mit der Technischen Universität München. Im Prinzip hat sich in all‘ den Jahren nichts geändert. Aus der Sicht vieler Bundesbürger verdienen Vorstände, vor allem Vorstandschefs, viel, viel zu viel. – (v.l.n.r.) DSW-Preissesprecher Jürgen Kurz, DSW-Vergütungsexpertin Christiane Hölz, Prof. Dr. Gunther Friedl vom Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre und Controlling an der TU München und DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler. – Foto: PK
Frankfurt/Main (7.7.16)/PK – Ginge es nach Monika H., dann dürfte der Vorstandschef eines deutschen Dax- oder M-Dax-Unternehmens so viel verdienen wie Bundeskanzlerin Angela Merkel. Also etwa 250.000,00 Euro im Jahr. Monika H. ist gelernte Verlagskauffrau mit gesundem und vor allem wachen Menschenverstand. Natürlich weiß sie, dass Vorstandschefs großer deutscher Unternehmen viel, viel mehr verdienen als die von ihr vorgeschlagenen 250.000,00 Euro im Jahr. Und das findet sie,gelinde gesagt, blöd. Womit sie vermutlich die Meinung der allermeisten Bundesbürger trifft, sich aber sofort den Vorwurf des Sozialneids einhandelt. Na, und?! Tatsächlich lagen die Durchschnittsbezüge deutscher Vorstandsvorsitzender von Dax- und M-Dax-Unternehmen im vergangenen Jahr bei rund 5 Millionen Euro, die ihrer Vorstandskollegen lagen deutlich darunter. Diese Zahlen stehen in der heute in Frankfurt vorgelegten Vorstandsvergütungs-Studie der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, der DSW. Diese gemeinsam mit der Technischen Universität München erstellte Fleißarbeit hat die DSW nun zum 15. Mal vorgelegt, ohne dass sich im Prinzip irgendetwas an den – nicht nur nach Ansicht von Monika H. – viel, viel zu hohen Vorstandsbezügen geändert hätte. Man regt sich eins, zwei Tage auf und geht dann zur Tagesordnung über. Womit alles beim Alten bleibt.
Dass Monika H. über die unverschämt hohen Vorstandsbezüge zurecht sauer ist, zeigt der Vergleich mit dem Durchschnittsverdienst der Bundesbürger. Gemessen daran, kassiert ein Vorstandsmitglied – also alle im Vorstand vertretenen Personen, nicht nur ihre Chefs – im Schnitt das Fünfzigfache, ich wiederhole, das Fünfzigfache.
Am meisten sahnte im vergangenen Jahr übrigens Mathias Döpfner, Vorstandschef des Axel-Springer Verlags, ab. Er kassierte 9,6 Millionen Euro. Wer sonst noch zu den Spitzenverdienern in den Vorstandsetagen deutscher Dax- und M-Dax-Unternehmen zählte, hat boerse.ard.de aufbereitet.

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