Chinesische Städte treiben den globalen Index für Wohnimmobilien in Städten in die Höhe

Frankfurt/München (18.7.16) – 74 Prozentpunkte trennen den stärksten vom schwächsten Markt im Segment der globalen Wohnimmobilien mittlerer Qualität.  Der „Global Residential Cities Index“, in dem die internationale Immobilienberatung Knight Frank die Preise für Wohnimmobilien im mittleren Segment auf Basis der Erhebungen nationaler statistischer Ämter oder der Zentralbanken in 150 Städten aus aller Welt analysiert, ist im Jahresvergleich per Ende März 2016 um 4,5 Prozent gestiegen.

74 Prozent der untersuchten Städte verzeichneten einen Wertzuwachs. Die Schere zwischen dem Standort mit der höchsten und der niedrigsten Performance hat sich im letzten Quartal von 55 auf 74 Prozentpunkte weiter gespreizt. „Das ist in hohem Maß auf das exorbitante Wachstum in Shenzhen zurückzuführen“ sagt Kate Everett-Allen, Partnerin, aus dem internationalen Research für Wohnimmobilien bei Knight Frank. „An diesem stark expandierenden Drehpunkt für Technologie, der 11 Meilen von Hongkong entfernt liegt, hat sich das Plus innerhalb eines Quartals von 48 auf 63 Prozent hochgeschraubt.“

Vier der fünf Städte mit den höchsten Preissteigerungen sind in China angesiedelt. Durch neue Abkühlungsmaßnahmen, die im März in einigen bedeutenden Märkten wie Shenzen oder Schanghai eingeführt wurden, dürfte die Überhitzung indes in den nächsten Monaten etwas abflauen. Die neuen Regeln reichen von höheren Eigenkapitalquoten für Erst- und Zweitwohnsitze bis hin zu einer längeren Aufenthaltsdauer in China für Ausländer, die Wohnungen erwerben wollen.

Ein weiterer wichtiger Wachstumsmarkt ist Skandinavien. Stockholm, Göteborg, Malmö, Oslo und Kopenhagen weisen eine positive Performance zwischen 9 und 17 Prozent auf. Niedrige Fertigstellungsraten, hohe Nachfrage und günstige Konditionen für Finanzierungen heizen den Markt an.

In Nordamerika ist nach wie vor Vancouver (+17 Prozent) die Stadt mit den höchsten Preissteigerungen. Der Vorschlag des amtierenden Bürgermeisters Robertson, leer stehende Wohnungen und Häuser mit einer Steuer zu belegen und so das Mietangebot zu erhöhen bzw. auf das Fehlen erschwinglicher Wohnungen in der Stadt aufmerksam zu machen, steht derzeit zur Debatte.

Trotz des aktuellen wirtschaftlichen Abschwungs und sinkender Transaktionen zeigt die Analyse, in welchem Ausmaß Städte in den Emerging Markets wie Rio de Janeiro (236 Prozent), Sao Paulo (190 Prozent) oder Bogota (99 Prozent) seit der Lehman-Pleite nach 2008 von Preiszuwächsen profitiert haben.

Aktuell steht im Fokus, welche Auswirkungen der Austritt Großbritanniens aus der EU auf die britischen und globalen Immobilienmärkte haben wird. „Die zukünftige inländische Nachfrage ist eng mit der Zinsentwicklung, Änderungen zur Hypothekenvergabe und den Wachstumszahlen am Arbeitsmarkt verknüpft. Währungsänderungen sind dagegen der Schlüsselfaktor für Wohnungskäufe im internationalen Geschäft“, sagt Everett-Allen.

Knight Frank Global Residential Cities Index 1. Quartal 2016 – Top Ten

Rang Stadt Veränderung

in %

12 Monate

1 Shenzhen, China 62,5%

2 Schanghai, China 30,5%

3 Istanbul, Türkei 19,6%

4 Nanjing, China 17,8%

5 Peking, China 17,6%

6 Stockholm, Schweden 17,4%

7 Vancouver, Kanada 17,3%