GAM: Neuseeland – ein verborgenes Juwel
für Anleiheanleger
Zürich (19.7.16) – Die unerwartete Entscheidung Großbritanniens für den Austritt aus der EU hat an den globalen Anleihemärkten risikoaverse Reaktionen ausgelöst. Die Anleger malten sich nach dem Brexit ein düsteres Bild der Welt und flüchteten in sichere Häfen. Die Menge der Anleihen mit negativen Renditen nimmt weltweit stetig zu.
Trotz dieses schwierigen wirtschaftlichen Hintergrunds und der anhaltenden negativen Stimmung sieht Enzo Puntillo, Leiter Fixed Income für GAM in Zürich, Lichtblicke am Markt, die in einem rezessiven Marktumfeld Schutz bieten können. „Neuseeland war abseits des Radarschirms vieler internationaler Anleger im bisherigen Jahresverlauf der performancestärkste Anleihemarkt in den Industrieländern“, stellt Puntillo fest. „Investoren konnten von ihrem Zinsengagement profitieren, da die Rendite der zehnjährigen Benchmark-Staatsanleihe um 132 Basispunkte sank.“
Tatsächlich zählt die ‚Reserve Bank of New Zealand‘ zu den wenigen Zentralbanken unter den Industrieländern, die die Zinssätze nach der globalen Finanzkrise anhoben. Infolgedessen bietet Neuseeland derzeit eine der höchsten Realrenditen: Sogar nach Zinssenkungen von insgesamt 1,25 Prozentpunkten seit Juni 2015 liegt der reale Zinssatz, basierend auf dem Leitzins der Zentralbank, bei 1,5 Prozent. Das Wirtschaftswachstum und die Binnennachfrage des Landes werden durch Zuwanderung, Bauwirtschaft und den Tourismus, aber auch durch eine sich anpassende Geldpolitik unterstützt. Das Geschäftsklima verbesserte sich im zweiten Quartal dieses Jahres ebenfalls deutlich und sorgte trotz der globalen Unsicherheit für eine positive Stimmung.
Obwohl die ‚Reserve Bank of New Zealand‘ ihren offiziellen Zinssatz im letzten Monat unverändert bei 2,25 Prozess beließ, hat das Land immer noch viel Handlungsspielraum, und die politischen Entscheidungsträger setzen weiterhin auf Zinssenkungen. Nach Ansicht von Puntillo ist mit einer weiteren geldpolitischen Lockerung zu rechnen: „Die Inflationserwartungen bleiben niedrig und der Neuseeland-Dollar ist im Vergleich zu den Währungen der Handelspartner eher teuer. Im vergangenen Jahr stieg die Währung handelsgewichtet um 10 Prozent“, erläutert der Fixed-Income-Experte.
Angesichts der mäßigen Aussichten für die Weltwirtschaft erscheinen die von den Terminkursen implizierten Markterwartungen an die Zinssätze in fünf Jahren mit rund 2,7 Prozent immer noch zu hoch. „Unserer Meinung nach muss die Zentralbank den Leitzins möglicherweise stärker senken, als es die Konsensprognosen derzeit vorsehen“, führt Puntillo aus.
Das alles verschaffe Neuseeland-Anleihen reichlich Spielraum für eine Fortsetzung ihrer guten Wertentwicklung. „Neuseeländische Staatsanleihen sind mittlerweile einer der wenigen ‚risikolosen‘ Märkte mit positiven Nominal- und Realzinsen und einer Zentralbank, die immer noch in der Lage ist, die Zinssätze auch in der Zukunft tatsächlich zu senken. Wir sind schon seit einiger Zeit in Neuseeland investiert aber aufgrund der Tatsache, dass diese Anleihen weiterhin eine der attraktivsten Bewertungen aufweisen und in den Anlegerportfolios deutlich unterrepräsentiert sind, könnte sich ihre positive Dynamik noch eine ganze Weile fortsetzen.“

Stay In Touch