Verbundabschluss 2015: Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen in schwierigem Umfeld stabil
Frankfurt/Main (26.7.16) – Die Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen hat das Geschäftsjahr 2015 mit einem respektablen Resultat abgeschlossen. Laut Verbundabschluss erzielte die Gruppe ein Ergebnis vor Steuern von knapp 1,5 Mrd. €. „Damit können wir angesichts der nicht einfachen kreditwirtschaftlichen Rahmenbedingungen sehr zufrieden sein. Besonders erfreulich ist, dass wir in unseren wichtigsten Ertragsfeldern – dem Zinsergebnis und dem Provisionsüberschuss – erneut zulegen konnten. Das zeigt, dass wir die Auswirkungen der Dauerniedrigzinsphase bislang kompensieren konnten und stark im Markt verankert sind“, fasste Gerhard Grandke, Geschäftsführender Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes Hessen-Thüringen (SGVHT), das vergangene Geschäftsjahr zusammen.
Seit 2003 veröffentlicht die Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen jedes Jahr auf freiwilliger Basis einen Verbundabschluss, der an die IFRS-Rechnungslegungsvorschriften angelehnt ist. Diese konsolidierte Verbundrechenschaftslegung ist ein Bestandteil des Verbundkonzepts, mit dem sich die Gruppe als wirtschaftliche Einheit von rechtlich und wirtschaftlich selbständigen Unternehmen mit einer gemeinsamen Markt-, Geschäfts- und Risikostrategie sowie einem gemeinsamen Risikomanagementsystem und einem zusätzlichen Reservefonds präsentiert.
Verbundrating von zwei Ratingagenturen
Die Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen kann seit 2006 auf ein Verbundrating von zwei Ratingagenturen zurückgreifen, das von jedem Institut des Verbundes im Rahmen der Kapitalmarktaktivitäten genutzt werden kann. Derzeit wird der regionale Sparkassenverbund von Fitch und Standard & Poor’s mit ‚A+‘ bzw.‚A‘ bewertet. In dem seit Jahren stabilen Verbundrating spiegelt sich auch das Vertrauen der Ratingagenturen in die Trag- und Zukunftsfähigkeit des Verbundkonzepts sowie des Geschäftsmodells der Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen wider.
Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen beschäftigt knapp 27.000 Mitarbeiter
Zum Konsolidierungskreis des Verbundabschlusses zählen im Wesentlichen die 50 Sparkassen in den beiden Bundesländern sowie der Konzern der Landesbank Hessen-Thüringen, der unter anderem die LBS Hessen-Thüringen umfasst. Der Konzern der SV SparkassenVersicherung Holding AG geht at Equity in die Verbundrechenschaftslegung ein. Insgesamt bilden die Unternehmen der Gruppe eine Bilanzsumme von 260,3 Mrd. € ab und beschäftigen knapp 27.000 Mitarbeiter (ohne SV SparkassenVersicherung). Im Privatkunden- und Mittelstandsgeschäft nimmt der Verbund in Hessen und Thüringen eine hervorgehobene Stellung ein.
Sparkassenverbund mit starkem Kundengeschäft
Im Geschäftsjahr 2015 ist die Bilanzsumme der Gruppe vor allem wegen des gezielten Abbaus von Handelsaktiva um 4,1 Mrd. € bzw. 1,6% auf 260,3 Mrd. € leicht zurückgegangen. Das Kundengeschäft präsentierte sich dagegen unverändert stark. Auf der Aktivseite stiegen die Forderungen an Kunden dank der niedrigen Zinsen und der guten Konjunktur um 4,2 Mrd. € bzw. 2,8% auf 154,2 Mrd. €. Bei den Passiva erhöhten sich die Kundenverbindlichkeiten inklusive der Kundeneinlagen der 1822direkt um 5,1 Mrd. € bzw. 4,3% auf 123,0 Mrd. €. Die Täglich fälligen Gelder bildeten mit 70,2 Mrd. € wieder mit Abstand die beliebteste Anlageform (2014: 62,0 Mrd. €).
Bilanzielles Eigenkapital der Gruppe wächst auf gut 20 Mrd. €
Die Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen hat auch 2015 ihr bilanzielles Eigenkapital kräftig anreichern können. Es stieg um 0,8 Mrd. € bzw. 4,1% auf insgesamt 20,1 Mrd. €. „Unser Verbund zeichnet sich durch eine sehr stabile Risikotragfähigkeit aus, die wir unserem komfortablen Reservepolster, aber auch unserer ausgewogenen Bilanzstruktur verdanken. In der Verbundbilanz macht sich die Kombination aus dem eher kleinteiligen Geschäft der Sparkassen im Retail-Bereich und dem Wholesale-Geschäft der Landesbank positiv bemerkbar“, erklärte Grandke.
Verbund erzielt Ergebnis vor Steuern von knapp 1,5 Mrd. €
Auch mit der Ertragsentwicklung konnte die Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen 2015 wieder zufrieden sein. Zwar lag das Ergebnis vor Steuern mit 1,5 Mrd. € um 169 Mio. € bzw. 10,2% niedriger als im Vorjahr. Dies war aber vor allem der Risikovorsorge im Kreditgeschäft geschuldet, die 2014 auf das Rekordtief von 71 Mio. € gesunken war und sich 2015 wieder bei gut 200 Mio. € einpendelte. Die operativen Erträge des Sparkassenverbundes erwiesen sich ungeachtet des schwierigen bankwirtschaftlichen Umfelds als intakt. So konnte das Zinsergebnis trotz Dauerniedrigzins und Margendrucks nicht zuletzt dank der erhöhten Bestände um 50 Mio. € bzw. 1,6% auf knapp 3,3 Mrd. € verbessert werden. Der Provisionsüberschuss stieg um 58 Mio. € bzw. 6,6% auf 943 Mio. €, das Handelsergebnis von 118 Mio. € auf 186 Mio. €. Auf der Kostenseite zahlte sich strikte Disziplin aus. Dank eines gesunkenen Sachaufwands verbesserte sich der Verwaltungsaufwand der Gruppe um 15 Mio. € bzw. 0,5 % auf 3,1 Mrd. €. Das um den Ertragsteueraufwand bereinigte Jahresergebnis lag mit 1,1 Mrd. € um 99 Mio. € bzw. 8,5 % niedriger als im Vorjahr. Die Eigenkapitalrentabilität vor Steuern sank von 8,8% auf 7,5%. Die Cost-Income-Ratio blieb mit 64,6% annähernd stabil.
Prognose 2016: Auskömmliches Ergebnis im Blick
Für 2016 rechnet die Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen mit einem niedrigeren Ergebnis vor Steuern. „Wir werden uns wie die gesamte Branche dem niedrigzins- und kosteninduzierten Druck auf die Ertragslage nicht gänzlich entziehen können. Auf der anderen Seite unterstreicht unser 2015er-Ergebnis erneut, dass wir uns auch in schwierigeren Zeiten gut am Markt behaupten. Wir werden weiter an unseren Kosten, an unserer Vertriebsstärke und an unserer Verbundkooperation arbeiten und an unserer konservativen Risikostrategie festhalten. Auch 2016 wird unser Ergebnis wieder auskömmlich sein“, zeigte sich Grandke zuversichtlich.

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