Ragen in den aprilblauen Frankfurter Cityhimmel: die beiden Türme der Deutschen Bank-Konzernzentrale. Foto: Deutsche Bank

Ragen in den  Frankfurter Cityhimmel: die beiden Türme der Deutschen Bank-Konzernzentrale. Foto: Deutsche Bank

Frankfurt/Main (27.7.16) – Die Deutsche Bank schlägt längst leisere Töne an, wird bescheidener, kleinlauter. Entsprechend vorsichtig formuliert Deutsche-Bank-Chef John Cryan die Herausforderungen, vor denen die Bank derzeit steht und die sich in der am Morgen veröffentlichten Quartals-Bilanz widerspiegeln. In der Pressemitteilung zitiert die Deutsche Bank Ihren Vorstandschef mit den Worten: „Sollte das derzeit schwache wirtschaftliche Umfeld anhalten, müssen wir bei Geschwindigkeit und Intensität unseres Umbaus noch ehrgeiziger werden.“ Die wesentlichen Entwicklungen im zweiten Quartal 2016 faßt die Bank folgendermaßen zusammen:

 

  • Um 20% niedrigere Erträge spiegeln schwieriges Marktumfeld und Umsetzung strategischer Entscheidungen wider
    – Erträge – ohne Hua Xia Bank und NCOU – um 12% gesunken
  • Kosten um 14% niedriger durch geringere Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten und für Vergütung
  • Vorsteuerergebnis um 67% auf 408 Millionen Euro gesunken, nach Aufwendungen für Restrukturierung und Abfindungen von 207 Millionen Euro und für Rechtsstreitigkeiten von 120 Millionen Euro sowie Wertberichtigungen auf den Geschäfts- und Firmenwert von 285 Millionen Euro
  • Finanzstärke erhalten
    – Harte Kernkapitalquote (Vollumsetzung) von 10,8% wird sich durch den für das zweite Halbjahr erwarteten Verkauf der Hua Xia Bank-Beteiligung um rund 40 Basispunkte verbessern
    – Liquiditätsreserve von rund 220 Milliarden Euro
    – Kredit- und Marktrisiken auf sehr niedrigem Niveau
  • Deutliche Fortschritte bei der Umsetzung der Strategie 2020
    – Erste Phase der Restrukturierung in Deutschland umgesetzt, betrifft rund 3.000 Stellen
    – Gründung einer eigenständigen Dachgesellschaft für das US-Geschäft
    – Weiterer Abbau von Risiken in der Abwicklungseinheit NCOU
    – Vorbereitungen zur operativen Trennung der Postbank abgeschlossen
    – Weitere Investitionen in Infrastruktur und Kontrollsysteme
  • Alle Geschäftsbereiche profitabel
    – Kapitalmarktgeschäft: Zins- und Devisengeschäft mit starkem
    Vorjahresquartal vergleichbar; erwarten Nummer 4 im Anleihehandel zu bleiben
    – Corporate & Investment Banking (CIB): Nummer 2 bei Anleihe-
    Emissionen in Europa; Erträge in der Transaktionsbank stabil
    – Geschäft mit Privat-, Vermögens- und Firmenkunden (PWCC): 2.000
    neue Firmenkunden in Deutschland und über 10.000 Neukunden bei
    Privat- und Firmenkunden (PCC) International sowie starkes
    Konsumentenfinanzierungsgeschäft im Jahresvergleich
    – Deutsche Asset Management: weiterhin gute Profitabilität in einem
    hochrentablen Geschäftsfeld

Wer sich für die Details der Quartals-Bilanz interessiert, findet sie hier.