GAM: Die globale Aktienrally wird sich in der
gegenwärtigen Form kaum fortsetzen
London (19.8.16) – Die Weltwirtschaft befindet sich momentan in einem passablen Zustand. Die USA meldeten zuletzt Beschäftigungszahlen, die besser ausfielen als erwartet. Dies sollte die Haushaltseinkommen und die Gesamtnachfrage stützen. Durch die Reduzierung der Lagerbestände im vergangenen Quartal dürfte auch die Produktion im zweiten Halbjahr anziehen.
Die europäische Wirtschaft scheint von den Schockwellen des Brexit weitgehend unbelastet. Wir gehen davon aus, dass die Wirtschaft der Eurozone im restlichen Jahr weiterhin mit einem leicht überdurchschnittlichen Tempo wächst. Zentrale Triebkräfte sind expansive Geld- und Finanzpolitik, ein gutes Beschäftigungsniveau in Deutschland, das Kreditwachstum und die Erholung der Produktion in den Peripherieländern.
Das Wachstum in China, das im letzten Jahr sowie im ersten Quartal 2016 erneut für Unruhe an den Märkten sorgte, hat sich stabilisiert. Japan dürfte nach der Verabschiedung eines fiskalischen Reformpakets auf den Wachstumspfad zurückkehren. Insgesamt scheint die Weltwirtschaft daher in der zweiten Hälfte des Jahres 2016 auf ein stabiles Wachstum zuzusteuern.
In den vergangenen sechs Monaten haben abnehmende Sorgen bezüglich des globalen Wirtschaftswachstums und niedrige Anleiherenditen dank einer akkommodierenden Geldpolitik den Aktienmärkten starken Auftrieb gegeben. Aus Unsicherheit über die Folgen des Brexit hat die US-amerikanische Notenbank Fed die Normalisierung der Zinsen vorerst auf Eis gelegt, während gleichzeitig die Erwartung stieg, dass andere Zentralbanken (zum Beispiel die Bank of England) ihre Geldpolitik lockern oder länger an ihrem akkommodierenden Kurs festhalten werden.
Aktien sind teilweise überbewertet – das gilt insbesondere für die USA, wo die Gewinne und Gewinnerwartungen zurückgehen. Infolgedessen fällt es schwer, sich eine Fortsetzung der Rally in ihrer aktuellen Form vorzustellen. Stattdessen rechnen wir mit einer Konsolidierungsphase, die möglicherweise mit einer Rotation hin zu alternativen Investmentstilen und Marktsegmenten einhergeht.
Wahrscheinlich werden die Aktienmärkte der Schwellenländer von dieser Rotationsbewegung am stärksten profitieren. Die dortigen Bewertungen sind derzeit relativ attraktiv, sodass die Gewinne wieder anziehen sollten, wenn die Rezessionen in Brasilien und Russland ein Ende finden. In der Regel können zyklische Wendepunkte zu einer überdurchschnittlichen Marktperformance führen. Deshalb haben wir in verschiedenen Multi-Asset-Strategien die Allokationen in Schwellenländeraktien angehoben.

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