China treibt die Öffnung des Aktienmarkts für

ausländische Investoren voran –   Auslandsanleger

erhalten Zugang zur Börse in Shenzhen

 

London (23.8.16) – Gute Nachrichten für China-Investoren: Der chinesische Aktienmarkt wird sich für ausländische Investoren weiter öffnen. Denn vergangene Woche genehmigte der chinesische Staatsrat das „Shenzhen-Hongkong Stock Connect“-Programm. Vorbild ist das bereits etablierte „Shanghai-Hongkong Stock Connect“-Programm, das seit 2014 läuft. Künftig soll das neue Börsenprojekt es ausländischen Investoren ermöglichen, auch in Aktien zu investieren, die an der Börse der chinesischen Stadt Shenzhen notiert sind. „Aktuell ist das Datum für den Startschuss des Projekts noch nicht bekannt. Wir gehen aber davon aus, dass es noch im Laufe dieses Jahres starten wird“, sagt Jian Shi Cortesi, Portfoliomanagerin für chinesische Aktien bei GAM.

 

Zusammenschluss wird zweitgrößten Aktienmarkt ergeben

Das Programm wird die Anzahl an chinesischen A-Shares, die für ausländische Anleger verfügbar sind, weiter erhöhen. Zudem steigert der verbesserte Marktzugang die Chance, dass A-Aktien – also in Renminbi gehandelte Aktien – zukünftig häufiger in MSCI Indizes aufgenommen werden. „Addiert man die A-Shares der beiden Stock Connect Programme und die an der Börse Hongkong gelisteten Papiere, dann ergibt dies den zweitgrößten Aktienmarkt weltweit gemessen an der Marktkapitalisierung“, so Cortesi.

 

„Die Genehmigung zeigt, dass in China die Ängste vor weiteren Kapitalabflüssen abnehmen, nachdem die Devisenreserven in den letzten Monaten nicht mehr so stark rückläufig waren“, erklärt die Expertin. Für die Shenzhen-Hongkong Stock Connect werde die gleiche tägliche Handelsquote gelten wie für die Shanghai-Hongkong Stock Connect. Diese Quote belaufe sich jeweils auf 13 Milliarden Renminbi im Nordwärtshandel und 10,5 Milliarden Renminbi im Südwärtshandel.

 

Das gilt es zu beachten

Hunderte an der Börse Shenzhen gelistete A-Aktien, darunter auch Nebenwerte, werden nun erstmals für internationale Anleger zugänglich. Interessierte Investoren sollten allerdings die regional unterschiedlichen Bewertungen im Auge behalten: „In der Regel sind Aktien an der Börse Shenzhen höher bewertet als Aktien an den Börsen in Hongkong oder Shanghai. Aus diesem Grund sollten potenzielle Investoren besonders selektiv vorgehen und vor allem auf große Unternehmen mit guten Wachstumsaussichten und angemessenen Bewertungen setzen“, rät Cortesi.

 

Zudem werden Investoren aus Festlandchina Zugang zu Aktien aus dem Hang Seng Small Cap Index bekommen, in dem Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 5 Milliarden Hongkong-Dollar erfasst sind. Da der chinesische Yuan gegenüber dem US-Dollar zuletzt abwertete, sind an der Börse Hongkong notierte Aktien für Anleger vom chinesischen Festland momentan besonders attraktiv und die Nachfrage ist steigend. „Im bisherigen Jahresverlauf haben die Anleger vom chinesischen Inland Dividendenaktien aus Hongkong favorisiert. Nun könnte sich ihr Interesse verstärkt auf Nebenwerte in Hongkong richten, denn diese sind im Vergleich zu den A-Aktien viel günstiger bewertet“, erläutert Cortesi.