Bankengruppe Capco: Einbruch bei
Zinsüberschüssen gefährdet Europas Banken
Düsseldorf (25.8.16) – Die anhaltende Niedrigzinspolitik der EZB ruft verstärkt Kritiker auf den Plan. Deutsche Bank Chef John Cryan kritisierte Draghis Geldpolitik und deren Folgen für die Wirtschaft zuletzt scharf. Längst bringen die niedrigen Zinsen das Kerngeschäft vieler Geldhäuser in große Bedrängnis. Das günstige Geld der EZB hat die Zinsen auf ein Rekordtief gedrückt – gleichzeitig verdienen Banken aber deutlich weniger bei der Vergabe von Krediten. Die Zinsüberschüsse sind für ein Gros der Banken nach wie vor die dominierende Ertragskomponente. Tomas Rederer, Partner der Bankenberatung Capco, erwartet, dass diese Zinsüberschüsse in den nächsten Jahren weiter massiv einbrechen werden. Als besonders verheerend könnte sich dabei die bislang häufig verkannte Hebelwirkung dieser Rückgänge erweisen: So führt ein Rückgang von 20 Prozent der Zinsüberschüsse zu einem Einbruch des Gewinns vor Steuern von rund 60 Prozent – wenn selbst diese Zahlen nicht zu optimistisch geschätzt ist.
Für Banken gelte es daher, die Zinsabhängigkeit ihrer Geschäfte möglichst zeitnah zu reduzieren. Niedrigzinsen und Gebühren auf Spareinlagen werden nicht ausreichen, die Probleme der Geldinstitute zu beheben. Neue, zinsunabhängigere, Geschäftsmodelle sind dringend gefordert.

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