Jupiter Global: Versteckte Chancen bei
Schwellenländeraktien
London (5.9.16) – Passive, auf Schwellenländer-Large-Caps fokussierte Investoren übersehen oftmals drei Anlagebereiche: Mid-Cap-Aktien mit Wachstumspotential, sogenannte Hacke-und-Schaufel-Aktien sowie unterbewertete Bankaktien in Grenzmärkten. Für aktive, auf Fundamentaldaten ausgerichtete Anleger wie uns eröffnen sich dadurch attraktive Chancen.
Mid-Cap-Aktien: Günstig und aussichtsreich
Schwellenländeraktien haben sich seit ihrem Tiefstand im Januar dieses Jahres deutlich erholt. Dennoch bleiben die Bewertungen vieler Schwellenländeraktien eher zurückhaltend, wodurch sich für uns weiterhin eine Reihe von attraktiven Investmentchancen bieten. Dies gilt insbesondere für den Mid-Cap-Bereich, da sich hier vorhandene Wachstumsaussichten noch nicht in den Aktienkursen widerspiegeln. Gegenteilig verhält es sich bei bestimmten Large-Cap-Aktien aus den Emerging Markets, deren Wachstumsaussichten allgemein bekannt sind. Sie sind in den letzten Jahren im Verhältnis zu ihren Unternehmensgewinnen teurer geworden: Zunehmend risikoscheue Anleger konzentrierten sich auf eine relativ kleine Gruppe von Large-Cap-Aktien, die sie als qualitativ hochwertig erachteten.
Beispiele für diese Investmentchancen im Mid-Cap-Bereich verteilen sich sowohl über verschiedene Regionen wie auch Branchen in den Schwellenländern. Eine Aktie, die wir im Jupiter Global Emerging Markets Equity Unconstrained SICAV halten, ist die des brasilianischen Bildungskonzerns für Privatuniversitäten Ser Educacional. Das Unternehmen ist gut aufgestellt, um vom strukturellen Wachstum bei Bildungsausgaben in Brasilien zu profitieren. Auch die Aktie des indonesischen Immobilienentwicklers Bumi Serpong ist von einem sehr niedrigen Preisniveau aus gestartet und deren Entwicklung ist an die Marktdurchdringung von Wohnbaudarlehen gekoppelt. Das Unternehmen wird begünstigt von Indonesiens extrem starken demographischen Daten: Hohe Haushaltsgründungsraten schaffen eine starke Nachfrage nach genau der Art von Immobilien, die Bumi Serpong baut.
Ausschau halten nach Hacke-und-Schaufel-Aktien
Es wird gesagt, dass bei einem Goldrausch die Lieferanten von Schürfwerkzeugen diejenigen sind, die am meisten Geld machen und nicht die Goldgräber selbst. Das moderne Äquivalent für solche Geschäfte in Schwellenländern sind Unternehmen, die sich in Trend-Sektoren bewegen oder mit disruptivem Wandel beschäftigen. Hierzu zählen beispielsweise das Wachstum bei Elektroautos, der Trend zu industriellen Automationssystemen oder die Umstellung auf erneuerbare Energien. Nehmen wir BizLink in Taiwan. Sie sind ein wichtiger Lieferant von Kabelbäumen für Tesla, einer der modernsten Hersteller von Elektroautos. Die Aktie von BizLink befindet sich im Bestand unserer beiden Fonds Jupiter Global Emerging Markets Equity Unconstrained SICAV und Jupiter China Select SICAV. Zwar ist BizLink im Vergleich zu Tesla das weniger schillernde Unternehmen, erwirtschaftet aber hohe und konstante Margen. Tesla als richtungsweisendes Unternehmen hat hingegen noch einen gewissen Weg vor sich, bis es Gewinne erzielen wird.
Chroma ist ein weiteres Unternehmen, in das wir im Jupiter Global Emerging Markets Equity Unconstrained SICAV investiert sind. Ebenfalls in Taiwan ansässig, liefert Chroma Prüfeinrichtungen für eine Reihe von verschiedenen Segmenten innerhalb der Märkte für Cleantech und erneuerbare Energien. Hierzu zählen Solarenergie, Batterien für Elektrofahrzeuge und LEDs. Da die Unternehmensleitung bestrebt ist, Überschüsse an die Aktionäre weiterzugeben, erhalten die Anleger in der Regel eine ordentliche Dividende. Chroma ist in seinen Geschäftsbereichen für die Hersteller ein wichtiger Lieferant und kann es sich deshalb leisten, die Preisgestaltung für seine vertriebene Ausrüstung sehr stabil zu halten.
Vorsicht bei Schwellenländer-Banken
Im Emerging Market Index sind große staatseigene Banken umfangreich vertreten. Das bedeutet, dass es sich dabei um jene Banken handelt, die ein Anleger über einen Schwellenländer-ETF möglicherweise im Bestand hat. An diesen weitgehend staatlich kontrollierten Banken festzuhalten, ist jedoch mit großem Risiko verbunden. Ungeregelte oder durch politische Anreize geförderte Kreditvergaben haben in der Vergangenheit viele dieser Banken mit einer gewissen Menge notleidender Kredite zurückgelassen. Diese sind vermutlich viel höher, als es offizielle Zahlen darlegen und es ist schwer zu beziffern, wie groß dieses Problem wirklich ist. Im Gegensatz dazu wird eine Reihe von Banken in Grenzmärkten zu ähnlichen Bewertungen gehandelt wie ihre größeren Schwellenländer-Pendants. Dort ist jedoch die Aktiva-Qualität besser, Gewinne höher und die Banken verfügen über die langfristig attraktiveren Wachstumsperspektiven.
Wir bevorzugen insbesondere Banken in Grenzmärkten, die entweder über ein starkes Einlagengeschäft verfügen oder es gegenwärtig aufbauen. Kontoinhaber vertrauen diesen Banken ihr Geld an, weil sie ein gutes Filialnetz und leichten Geldzugang bieten und so für sie einen sicheren Ort zur Verwahrung ihres Bargelds darstellen. Gute Beispiele gibt es in Georgien, wo wir Anteile an der Bank of Georgia halten, in Pakistan, wo wir die Habib Bank im Portfolio haben, und in Nigeria, wo die Access Bank Teil unseres Bestands ist. Diese Banken verfolgen ein klassisches Retail-Banking-Modell und erzielen hohe Gewinne durch die Entgegennahme von Einlagen. Hierauf zahlen sie geringe Zinsen und geben diese in Form von Krediten an Blue-Chip-Unternehmen weiter. Das Modell ist weniger riskant, als sich Geld an den Geldmärkten zu leihen und es dann an stärker risikobehaftete Kreditnehmer weiterzugeben. Als Ergebnis der Unterversorgung bei Verbraucherkrediten hat dieses Geschäftsmodell in Grenzmärkten zu hohen Gewinnen und aussichtsreichen Wachstumsperspektiven geführt. –

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