IKB: EZB-Politik bringt neue Herausforderungen für Banken

Düsseldorf (12.10.16) – Die Beeinflussung der Zinskurven durch die Notenbanken im Allgemeinen und die EZB im Besonderen stellt die Bestimmung von fundamentalen Niveaus für Zins- wie auch Wechselkurse vor neue Herausforderungen. Zwar bleiben die Treiber im EUR/USD-Wechselkursmodell der IKB weiterhin stabil und statistisch bedeutend; dennoch weist das Modell nun schon länger auf einen schwächeren Euro wegen einer sich extrem ausweitenden Zinsdifferenz hin.

Das IKB-Zinsmodell hingegen erachtet die aktuellen Niveaus der zehnjährigen Renditen mit 40 bis zu 50 bp als zu niedrig, was auf das Aufkaufprogramm der EZB zurückgeführt werden kann. Wird das aktuelle Zinsniveau dennoch als fundamental richtig angesehen, so stünde eine EUR/USD-Wechselkurs-Korrektur auf bis 1,06 EUR/USD bevor. Die IKB erwartet solch eine kurzfristige Aufwertung, mittelfristig jedoch eher eine Gegenbewegung auf Grundlage einer enttäuschenden Fed-Zinspolitik sowie einer relativ stabilen Konjunktur­entwicklung in der Euro-Zone und damit tendenziell steigende deutsche Langfristzinsen. Von Armin Baltzer, IKB Deutsche Industriebank AG