VCI: Das EEG befindet sich in einer Sackgasse
Frankfurt/Main (14.10.16) – Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) hat die jetzt verkündete Erhöhung der EEG-Umlage für 2017 auf 6,88 Cent als schlechtes Signal für den Standort Deutschland bezeichnet. VCI-Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann erklärte: „Das heutige EEG-System befindet sich in einer Sackgasse. Trotz aller Reformen ufern die Kosten weiter aus. Die bisherigen Korrekturen am EEG zeigen bislang kaum Wirkung. Es wird immer klarer, wir brauchen einen Neustart des EEG mit einer alternativen Finanzierung für den Ausbau erneuerbarer Energien.“
Laut Tillmann zahlen fast 90 Prozent aller deutschen Chemieunternehmen die volle EEG-Umlage. Insgesamt betrage die Belastung der Branche 2016 dadurch über 1 Milliarde Euro. 2017 steige die Umlage um weitere 8 Prozent. Tillmann sagte: „Durch den Anstieg der Umlage wird sich die Wettbewerbssituation der nicht vom EEG entlasteten Unternehmen vor allem im Mittelstand weiter verschärfen. Die Politik sollte hier dringend an einer Lösung arbeiten.“
Die jüngste EEG-Reform sowie das damit eingeführte Ausschreibungsmodell führen laut Tillmann zwar dazu, dass mehr Markt entsteht und der Ausbau besser begrenzt wird; die Tendenz zu immer höheren EEG-Kosten werde die Reform aber nicht aufhalten. Als Beleg zitierte der VCI-Hauptgeschäftsführer ein kürzlich veröffentlichtes Gutachten des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Danach droht die EEG-Umlage je nach Szenario bis 2025 auf 7,5 bis 10 Cent je Kilowattstunde zu steigen. Schon heute zahlen nicht entlastete Unternehmen laut Tillmann aber um ein Drittel höhere Strompreise als an konkurrierenden Standorten in den USA. Dies bedrohe die Wettbewerbsfähigkeit energieintensiver Unternehmen in Deutschland dauerhaft.

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