GfK: Smartphone-Markt wächst weiter im dritten Quartal – sinkende Nachfrage in China für 2017 erwartet
Nürnberg (27.10.16) – Die weltweite Smartphone-Nachfrage beträgt im dritten Quartal 2016 insgesamt 353 Millionen verkaufte Geräte. Das entspricht einem Anstieg von 7 Prozent sowohl im Vergleich zum zweiten Quartal als auch im Vergleich zum Vorjahresquartal. Diese Entwicklung wurde vor allem durch ein anhaltendes, starkes Wachstum in China sowie durch die steigende Nachfrage in anderen Regionen, ausgenommen Nordamerika, vorangetrieben. Die Umsätze aus Smartphone-Verkäufen betragen in diesem Quartal insgesamt 104 Milliarden Dollar. Verglichen mit dem zweiten Quartal entspricht das einem Anstieg von 4 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresquartal steigen die Umsätze um 9 Prozent.
Insgesamt prognostiziert GfK für 2016 eine weltweite Smartphone-Nachfrage von 1,4 Milliarden verkauften Geräten. Mit einem Wachstum von 15 Prozent trägt China maßgeblich zum Anstieg der globalen Nachfrage bei. Sie wird insgesamt um 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr steigen. GfK erwartet, dass sich das Nachfragewachstum 2017 im Jahresvergleich auf 3 Prozent abschwächen wird. Grund für die geringer steigende Nachfrage ist ein prognostizierter Nachfragerückgang von 3 Prozent in China.
Westeuropa: Smartphone-Nachfrage verzeichnet 12-prozentigen Anstieg im Vergleich zum zweiten Quartal
Im dritten Quartal wurden insgesamt 33 Millionen Smartphones in Westeuropa verkauft. Nach einem Nachfragerückgang in den letzten zwei Quartalen entspricht das einem Wachstum von 1 Prozent im Jahresvergleich. In Großbritannien ist die Nachfrage im Vergleich zum Vorjahr in diesem Quartal um 3 Prozent gestiegen. Das lässt darauf schließen, dass die „Brexit“-Abstimmung bisher noch keinen Einfluss auf die Nachfrage hat. Der Währungsrückgang des Britischen Pfunds hat den durchschnittlichen Verkaufspreis von Smartphones bisher nicht ansteigen lassen. GfK prognostiziert in der Region für 2017 eine stagnierende Nachfrage von 134 Millionen verkauften Geräten.
Mittel- & Osteuropa: starke Entwicklung in Polen und der Ukraine
In dieser Region beläuft sich die Smartphone-Nachfrage im dritten Quartal 2016 insgesamt auf 21 Millionen verkaufte Geräte. Das entspricht einem Anstieg der Nachfrage um 22 Prozent im Vergleich zum zweiten Quartal beziehungsweise 10 Prozent verglichen zum Vorjahr. Diese Entwicklung wurde maßgeblich von einem 12-prozentigen Wachstum in Polen und einem Wachstum von 28 Prozent in der Ukraine im Vergleich zum Vorjahr vorangetrieben. GfK prognostiziert für die Region im Jahr 2017 einen Anstieg der Nachfrage um 10 Prozent auf 85 Millionen verkaufte Geräte.
Nordamerika: Nachfrage im dritten Quartal steigt um 8 Prozent verglichen mit dem zweiten Quartal 2016
Mit 46 Millionen verkauften Smartphones stieg die Nachfrage im Vergleich zum vorherigen Quartal um 8 Prozent, verzeichnete jedoch einen Rückgang um 1 Prozent im Vorjahresvergleich. Ein Nachfragerückgang von 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr für Smartphones der mittleren Preisklasse (250-500 USD) kompensiert das leichte Wachstum bei Geräten im niedrigen (0-250 USD) und hohen (über 500 USD) Preissegment. GfK prognostiziert für 2017 ein Wachstum von 1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 193 Millionen verkaufte Geräte.
Lateinamerika: Chile und Peru verzeichnen Wachstum
Die Region verzeichnet zum ersten Mal seit fünf Quartalen wieder ein Wachstum im Jahresvergleich. Die Smartphone-Nachfrage belief sich auf insgesamt 26 Millionen verkaufte Geräte. Das entspricht einem Anstieg von 5 Prozent im Vergleich zum letzten Quartal beziehungsweise einem 6-prozentigen Anstieg im Vergleich zum Vorjahresquartal. Diese Entwicklung resultiert aus einer Abschwächung des Nachfragerückgangs in Brasilien und der Rückkehr zu positivem Wachstum in Chile und Peru. Das Marktwachstum Argentiniens blieb auf einem hohen Niveau von 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. GfK prognostiziert für die Region eine Smartphone-Nachfrage von 106 Millionen verkauften Geräten in 2017, also ein 1-prozentiges Wachstum im Vergleich zum Vorjahr.
Naher Osten und Afrika: Gesunkene Nachfrage in Saudi Arabien und Nigeria belasten das Wachstum
Die Smartphone-Nachfrage beläuft sich im dritten Quartal insgesamt auf 42 Millionen verkaufte Geräte. Das entspricht im Vergleich zum zweiten Quartal einem Anstieg von 2 Prozent. Mit einem Wachstum von 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr stellt das dritte Quartal 2016 das Quartal mit dem geringsten Wachstum dar, das je in der Region verzeichnet wurde. Ursache dafür war der Nachfragerückgang in Saudi Arabien (-29 Prozent im Vergleich zu Q3 2015) und Nigeria (-17 Prozent gegenüber Q3 2015). Trotz der jüngsten politischen Unruhe in der Türkei blieb die Smartphone-Nachfrage in einem positiven Bereich. Das Wachstum schwächte sich jedoch auf 3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ab. GfK prognostiziert eine wachsende Nachfrage in der Region für 2017 im Jahresvergleich; die entsprechenden Zahlen werden im nächsten Quartal veröffentlicht.
China: Smartphones im mittleren Preissegment tragen zum Wachstum bei
Im dritten Quartal 2016 beträgt die Smartphone-Nachfrage in der Region insgesamt 113 Millionen verkaufte Geräte. Zum Anstieg der Nachfrage von 3 Prozent im Vergleich zum vorangegangenen Quartal und 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr trug vor allem das Wachstum im mittleren Preissegment (250-500 USD) bei. Das Wachstum dieses Segments von 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ging jedoch zu Lasten der Nachfrage bei hochpreisigen Smartphones (über 500 USD). Sie sank um 6 Prozent. GfK prognostiziert für das Jahr 2017 in China eine sinkende Nachfrage von 3 Prozent verglichen zum Vorjahr auf 434 Millionen verkaufte Geräte. Grund hierfür ist eine erwartete Reduktion der Netzbetreiber-Subventionen.
Asien*: Hochwertige Geräte, Australien und Japan sind die treibenden Kräfte auf dem Markt
Nachdem die Nachfrage in den letzten zwei Quartalen rückläufig war, wächst sie im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahr. Zu dieser Entwicklung trug vor allem ein erneutes Wachstum in Australien bei (+6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) sowie eine verbesserte Nachfrage in Japan. Insgesamt belief sich die Smartphone-Nachfrage auf 18 Millionen verkaufte Geräte (+8 Prozent im Vergleich zu Q2, +3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal). Die Nachfrage nach Smartphones im höheren Preissegment (über 500 USD) stieg verglichen zum Vorjahr um sieben Prozent. GfK prognostiziert für die Region in 2017 mit 73 Millionen verkauften Geräten eine stagnierende Nachfrage.
Schwellenländer Asien*: Die Philippinen und Bangladesch kurbeln Nachfrage an
Die Smartphone-Nachfrage beläuft sich insgesamt auf 54 Millionen verkaufte Geräte im dritten Quartal (+8 Prozent sowohl im Vergleich zum letzten Quartal als auch im Vergleich zum Vorjahresquartal). Eine im Vergleich zum Vorjahr um 27 Prozent gesteigerte Nachfrage auf den Philippinen sowie ein Wachstum von 17 Prozent verglichen zu Q3 2015 in Bangladesch trugen maßgeblich zur erhöhten Nachfrage bei. Der Anteil der gekauften Smartphones im höheren Preissegment (über 500 USD) ging leicht zurück auf einen Anteil von 4 Prozent. Es wurden im Vergleich zum Vorjahr 6 Prozent weniger Geräte in dieser Preisklasse gekauft. GfK prognostiziert für die Region in 2017 eine Nachfrage von 229 Millionen Geräten. Das entspricht einem Wachstum von 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Arndt Polifke, Global Director für Telekommunikation bei GfK, erklärt: „Der Jahresvergleich zeigt, dass die Smartphone-Verkäufe auch im dritten Quartal 2016 kontinuierlich in allen Regionen, außer in Nordamerika, wachsen. Die Entspannung der gesamtwirtschaftlichen Lage in Lateinamerika führte zu einem Anstieg der Nachfrage in der Region. Auch der Nachholbedarf in Russland und der Ukraine kurbelt das Wachstum in Mittel- und Osteuropa an. China bleibt auch im dritten Quartal 2016 der wichtigste globale Wachstumstreiber. Dieser Trend wird sich im Jahr 2017 jedoch ändern. Laut GfK-Prognose wird die Nachfrage in China zurückgehen und das globale Wachstum belasten.“
*Länder, die in dieser Pressemitteilung zu den Industrieländern/ Schwellenländern Asiens gezählt werden:
Industrieländer Asien: Australien, Japan, Neuseeland, Singapur, Südkorea, Taiwan
Schwellenländer Asien: Indien, Indonesien, Kambodscha, Malaysia, Philippinen, Thailand, Vietnam
Zur Studie
Die Daten werden von GfK kontinuierlich in Stichproben der unterschiedlichen Ansatzkanäle erfasst und hochgerechnet. In das Handelspanel fließen weltweit Daten von mehr als 425.000 Verkauftsstellen ein. Über die Warengruppen aller Sektoren hinweg ergibt sich somit ein Bild über die Entwicklung des Marktes für verschiedene Gebrauchs- und Vertriebsgüter. Für die USA nutzt GfK keine Handelsdaten, sondern eigene Markt- und Konsumforschungsmethoden, um Marktprognosen zu erstellen. Die Werte basieren auf nicht-subventionierten Einzelhandelspreisen. Die Globalen Daten sind vierteljährlich verfügbar, für einzelne Länder monatlich.

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