KfW: Geschäftsklima im Beteiligungsmarkt – Sprunghaft gestiegene Geschäftserwartungen im Frühphasensegment

 

Frankfurt/Main (23.11.16) – Der Geschäftsklimaindex des German Private Equity Barometers hat sich deutlich erhöht und steigt im dritten Quartal 2016 um 12,0 Zähler auf 59,6 Saldenpunkte. Der Indikator für die aktuelle Geschäftslage legt um 10,9 Zähler auf 60,2 Saldenpunkte zu, der Indikator für die Geschäftserwartung klettert deutlich  um 13,0 Zähler auf 58,9 Saldenpunkte.

 

Besonders verbessert hat sich das Geschäftsklima im

Frühphasensegment. Der Indikator steigt dort im dritten Quartal um

19,7 Zähler auf 61,1 Saldenpunkte und ist jetzt annähernd so gut wie

vor einem Jahr, als es mit 66,8 Saldenpunkten ein Rekordhoch

erreichte. Getragen wird dies von einer deutlich positiveren

Beurteilung der aktuellen Geschäftslage (+15,3 Zähler auf 58,0

Saldenpunkte), vor allem aber von den sprunghaft gestiegenen

Geschäftserwartungen (+24,2 Zähler auf 64,1 Saldenpunkte). Die

Verbesserung des Geschäftsklimas im Frühphasensegment geht mit einem

steilen Anstieg des Fundraisingklimas einher, das bei 39,7

Saldenpunkten nur knapp unter seinem Rekordwert von 42,4

Saldenpunkten bleibt.

 

Das Geschäftsklima im Spätphasensegment des Beteiligungsmarktes hat

sich ebenfalls verbessert, allerdings vergleichsweise verhalten. Der

entsprechende Indikator legt um 7,5 Zähler auf 58,7 Saldenpunkte zu.

Dabei bewerten die Spätphasenfinanzierer nicht nur ihre aktuelle

Geschäftslage besser, sondern zeigen auch eine deutlich

optimistischere Geschäftserwartung: Der Indikator für die aktuelle

Geschäftslage steigt um 8,5 Zähler auf 61,4 Saldenpunkte, der

Indikator für die Geschäftserwartung zieht um 6,6 Zähler auf 56,0

Saldenpunkte an. Der Stimmungsrückgang des ersten Halbjahres ist

somit fürs erste gestoppt. Grund für die Stimmungsaufhellung dürfte

die Verbesserung des Fundraisingklimas und der

Kapitalnachfragesituation sein. Jedoch waren die Spätphaseninvestoren

noch nie zuvor so unzufrieden mit der Qualität ihrer Dealflows.

 

Die Entwicklung des Geschäftsklimas auf dem deutschen

Beteiligungskapitalmarkt hat sich damit gedreht. Vor allem unter den

VC-Investoren herrscht wieder eine bessere Stimmung. Dazu dürften

einige der im dritten Quartal von der Bundesregierung getroffenen

Entscheidungen beigetragen haben. Unter anderem soll die aktuell

geltende Regelung zur steuerrechtlichen Verlustrechnung

weiterentwickelt werden. Zudem wurde der INVEST Zuschuss für

Wagniskapital, durch den Investoren 20 % ihrer Investitionssumme als

Zuschuss vom Bund zurück erhalten können, steuerfrei gestellt und

soll auf Investitionen in VC-Fonds ausgeweitet werden. „Die

Bundesregierung gibt dem VC-Markt mit ihren Entscheidungen positive

Impulse und beflügelt damit die Marktstimmung“, sagt Dr. Jörg Zeuner,

Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe. Auch Ulrike Hinrichs,

geschäftsführendes BVK-Vorstandsmitglied unterstreicht: „Die jüngsten

Entscheidungen der Bundesregierung waren richtig und wichtig. Sie

sind ein Signal an die Venture Capital-Branche, dass man

Wettbewerbsnachtteile für Startups und ihre Investoren beseitigen

will.“