IKB: Inflation in Deutschland und der Euro-Zone: Was kommt nach dem Ölpreiseffekt?

Düsseldorf (31.1.17) – Für dieses Jahr ist mit einer Inflationsrate von knapp unter 2 % in Deutschland und in der Euro-Zone zu rechnen. Der aktuelle Anstieg der Inflationsraten ist jedoch kein Indiz für eine sich stabilisierende Inflationsdynamik, sondern eher ein Indiz für den Einfluss von einmaligen Effekten wie den Ölpreis. Wie nachhaltig der Inflationsanstieg sein wird, hängt vor allem von der Entwicklung der Lohnstückkosten ab.

Die Inflationsdynamik in der Euro-Zone hat sich seit der Finanzkrise grundlegend verändert. Dies hat weniger mit Deflationsrisiken zu tun. Vielmehr haben hohe Arbeitslosenquoten und strukturelle Reformen die Dynamik der Lohnstückkosten verändert. Dies gilt vor allem für Spanien und Italien. Nur eine anhaltend gute Konjunktur wird in diesen Ländern wieder zu nachhaltig steigenden Löhnen führen. Ähnliches gilt für Frankreich. Kurzfristig ist zwar mit einem Anstieg der Inflationsrate zu rechnen, Sorgen über eine bevorstehende, eskalierende Inflationsrate in der Euro-Zone sind jedoch unangebracht. Auch in 2018 sollte die Inflationsdynamik deutlich unter 2 % liegen.