Börsenfusion steht vor dem Aus – London Stock Exchange lehnt EU-Auflage ab

Wie’s aussieht, bleibt sie eigentständig: Die Frankfurter Börse sitzt im Gebäude der Industrie- und Handelskammer Frankfurt – Foto: PK
Frankfurt/London (27.2.17)/PK – Noch ist nichts offiziell. Doch die geplante Fusion der Deutschen Börse mit der London Stock Exchange steht offenbar vor dem Aus. Denn London will einer Forderung der EU-Kommission, die der Fusion zustimmen muss, nicht nachkommen. Das dürfte nach Ansicht von Beobachtern zu einem klaren Nein aus Brüssel und damit zum endgütligen Scheitern der angestrebten Fusion führen.
Im Frankfurter Börsensaal meinten Wertpapierhändler am Montagmorgen, in London habe man einen Weg gesucht und nun offenbar gefunden, „gesichtswahrend“ aus der verfahrenen Situation herauszukommen. Denn der Widerstand auf deutscher Seite gegen die geplante Verschmelzung von Deutscher Börse und London Stock Exchance sei in jüngster Zeit so sehr gewachsen, dass ein Scheitern in der Luft lag. Nun habe London eine Gelegenheit genutzt, um selbst einen Schlussstrich unter die Fusionsverhandlungen zu ziehen.
In der Zentrale der Deutschen Börse, in Eschborn bei Frankfurt, herrschte zunächst Funkstille. Eine offizielle Stellungnahme lag bis Montag Vormittag nicht vor. Der Vorstands-Chef der Deutschen Börse AG, Carsten Kengeter, hatte erst kürzlich auf der Bilanz-Pressekonferenz seine Fusionsabsicht bekräftigt.
Auf Widerstand stieß die geplante Fusion vor allem deswegen, weil der geplante Sitz der beiden Börsen in London und damit wegen des Brexit außerhalb der EU angesiedelt werden sollte. Deutsche Befürworter der Fusion hatten hingegen wegen des Brexit auf einen Sitz der fusionierten Börsen in Frankfurt am Main gepocht.

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