Sparkassen spüren Niedrigstzinsen –
Institute deutlich effizienter
Frankfurt/Main (8.3.17) – Ebenso wie die Sparer spüren auch die deutschen Sparkassen die Niedrigstzinsen in ihrer Gewinn- und Verlustrechnung. 840 Mio. Euro büßten die Institute gegenüber dem Vorjahr im Zinsüberschuss ein. Durch energische unternehmerische Maßnahmen und eine historisch niedrige Wertberichtigung ist es dennoch gelungen, den Jahresüberschuss nach Steuern mit 2,0 Mrd. Euro stabil zu halten. „Die Sparkassen haben sich auf das ungesunde geldpolitische Umfeld eingestellt. Sie schöpfen bestehende Ertragsmöglichkeiten aus und senken konsequent die Kosten. Die Zinssituation wird uns aber auch in den nächsten Jahren massiv fordern“ sagte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Georg Fahrenschon, anlässlich der Bilanz-Pressekonferenz der Sparkassen-Finanzgruppe am Mittwoch in Frankfurt/Main.
Der Zinsüberschuss der Sparkassen ging 2016 um 3,7 Prozent zurück. Gleichzeitig stieg der Provisionsüberschuss um 3,1 Prozent. Die Sparkassen konnten ihren Verwaltungsaufwand um 157 Mio. Euro senken. Das geht vor allem auf einen verringerten Personalbestand zurück. Natürliche Fluktuation und Vorruhestandsregelungen hätten dies möglich gemacht. „Die Sparkassen sind im vergangenen Jahr noch effizienter geworden. Sie haben ein deutlich gestiegenes Geschäftsvolumen mit weniger Personal bewältigt“, sagte Fahrenschon.
Zusätzlich schlug positiv zu Buche, dass weder im Kreditgeschäft, noch im Wertpapiergeschäft Wertberichtigungen vorzunehmen waren. Immer weiter verfeinerte Risikomess- und Risikosteuerungssysteme machten eine bedarfsgerechte Risikoabdeckung möglich. Allerdings müssten die Sparkassen darauf vorbereitet sein, so Fahrenschon, dass die gute konjunkturelle Situation sich auch wieder ändern werde und dann wieder Wertberichtigungen nötig seien. Die Sparkassen erhöhen daher die Vorsorgereserven noch einmal um 4,4 Mrd. Euro.
Fahrenschon: „Die Belastungen durch weitere Zinseinbußen und mögliche höhere Wertberichtigungen werden in den nächsten Jahren steigen. Es ist deshalb notwendig und richtig, aus eigener Kraft Reserven zu bilden.“
Die wirtschaftliche Stärke der Institute zeigt sich auch daran, dass die Sparkassen mit 2,8 Mrd. Euro an ertragsabhängigen Steuern erneut einer der größten Steuerzahler Deutschlands waren. Stabil bleiben die Sparkassen auch in der Aufwands- und Ertragsrelation. Während 2016 im Durchschnitt 65 Euro eingesetzt wurden um 100 Euro Ertrag zu erzielen, waren es im Jahr davor 64,20 Euro. Die Sparkassen weisen eine Kernkapitalquote von 15,2 Prozent und eine Eigenkapitalrentabilität vor Steuern von 9,7 Prozent aus. Fahrenschon warnte allerdings, dass sich die Aufwands-/Ertragsrelation und die Eigenkapitalrentabilität angesichts des Zinsumfeldes in den nächsten Jahren verschlechtern dürften.

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