EY: Deutscher Pkw-Markt dank zusätzlicher Verkaufstage deutlich im Plus – Diesel-Marktanteil stark rückläufig
Stuttgart (4.4.17) – Peter Fuß, Partner bei EY: „Das starke Absatzwachstum im März sagt wenig über die tatsächliche Situation auf dem deutschen Neuwagenmarkt aus, da im vergangenen Jahr Ostern in den März fiel und entsprechend in diesem Jahr zwei zusätzliche Verkaufstage zur Verfügung standen. Bereinigt um diesen Effekt wuchs der Absatz im März lediglich um etwa zwei Prozent.
Nach wie vor sind die Rahmenbedingungen aber günstig – die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist sehr gut, das Zinsniveau weiter niedrig, die Konjunkturaussichten positiv. Risiken wie der Brexit oder die Auswirkungen einer neuen US-Handelspolitik sind zumindest für die Verbraucher derzeit weit weg – und es sind vor allem die privaten Käufer, die derzeit für das Wachstum auf dem deutschen Markt verantwortlich sind: Im März stiegen die Neuzulassungen auf Privatpersonen um 13,3 Prozent, während die gewerblichen Neuzulassungen „nur“ um 10,4 Prozent zulegten – und damit kalenderbereinigt etwa auf Vorjahresniveau lagen.
Allerdings: Bereits in den vergangenen Jahren hat sich der Markt gut entwickelt. Angesichts des inzwischen hohen Ausgangsniveaus wird der deutsche Neuwagenmarkt in diesem Jahr voraussichtlich nur noch um zwei bis drei Prozent zulegen – nachdem er im Vorjahr noch um 4,5 Prozent gewachsen war.
Diesel-Marktanteil weiter rückläufig
Auch im März setzte sich der Abwärtstrend beim Diesel-Marktanteil fort: So sank die Zahl der Diesel-Neuzulassungen im März um knapp drei Prozent, kalenderbereinigt ergibt sich daraus sogar ein Rückgang um elf Prozent. Der Marktanteil der Diesel-Neuwagen ging im Jahresvergleich von 47,2 auf 40,6 Prozent zurück.
Auch in anderen wichtigen europäischen Märkten steht der Absatz von Diesel-Modellen unter Druck: In Frankreich sank der Marktanteil im ersten Quartal um 4,8 Prozentpunkte auf 47,4 Prozent, in Spanien um 7,0 Punkte auf 51,3 Prozent. Nur in Italien verkaufen sich Diesel-Modelle derzeit etwa so gut wie Benziner – der Diesel-Marktanteil ging nur geringfügig um 0,4 Prozentpunkte auf 55,9 Prozent zurück.
In den kommenden Monaten und Jahren dürfte der Marktanteil von Diesel-Fahrzeugen voraussichtlich weiter zurückgehen, denn der Diesel-Antrieb hat derzeit ein Image-Problem – trotz der guten Umwelteigenschaften moderner Dieselmotoren, bei denen gerade die europäischen Autobauer stark sind. Damit geraten die Hersteller unter zusätzlichen Druck, die von der EU gesetzten Emissionsziele ab 2020 zu erreichen – andernfalls drohen hohe Strafzahlungen. Die Marktanteilsverluste des Diesel-Antriebs dürften nun für zusätzlichen Schub beim Umstieg auf Plug-in-Hybride und reine Elektroantriebe sorgen.
Diesel-Neuwagen: Entwicklung der Marktanteil im ersten Quartal
| Q1 2017 | Q1 2016 | Entwicklung in %-Punkten | |
| Deutschland | 42,6% | 47,4% | -4,8% |
| Frankreich | 47,4% | 52,2% | -4,8% |
| Italien | 55,9% | 56,3% | -0,4% |
| Spanien | 51,3% | 58,3% | -7,0% |
Volkswagen-Marktanteil weiter rückläufig
Alle deutschen Autokonzerne konnten im März ihren Absatz steigern. Beim Marktanteil musste allerdings vor allem der Volkswagenkonzern weitere Rückgänge hinnehmen. Der Marktanteil des Konzerns ging von 38,5 auf 35,1 Prozent zurück. Ebenfalls schwächer als der Gesamtmarkt entwickelten sich BMW: Der Marktanteil (inkl. Mini) sank leicht von 9,3 auf 9,0 Prozent. Daimler (inkl. Smart) verkaufte 13 Prozent mehr Autos und steigerte den Marktanteil von 9,4 auf 9,6 Prozent.
Entwicklung der Marktanteile der deutschen Autokonzerne: März 2017
| März 2017 | März 2016 | Absatzentwicklung | |
| Volkswagen | 35,1% | 38,5% | 1,3% |
| Daimler | 9,6% | 9,4% | 12,8% |
| BMW | 9,0% | 9,3% | 7,4% |

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