BVI: Betriebsrentenstärkungsgesetz ist Meilenstein
Frankfurt/Main (29.5.17) – Der deutsche Fondsverband BVI bewertet das heute von der Regierungskoalition vorgestellte Gesamtpaket zum Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) als Meilenstein für die betriebliche Altersvorsorge (bAV). „Der Entwurf zum BRSG ist das seit langem Beste, was die Politik zum Thema Rente vorgelegt hat“, sagt Thomas Richter, Hauptgeschäftsführer des BVI. „Das Sozialpartnermodell mit freiwilligem Opting-out, Zielrente und Garantieverbot bietet Vorteile für Arbeitgeber und Arbeitnehmer.“
Die Arbeitgeber profitieren von der reinen Beitragszusage im Sozialpartnermodell,
weil sie nicht mehr für die Höhe der Auszahlungen haften.
Das macht die bAV für mittlere und kleine Unternehmen attraktiver. Noch
wirkungsvoller wäre allerdings, die reine Beitragszusage auch außerhalb
tarifvertraglicher Vereinbarungen zuzulassen.
Arbeitnehmer erhalten die Aussicht auf eine profitablere Altersvorsorge,
weil die Kapitalanlage von den Kosten der Garantie befreit wird. Geringverdiener
profitieren darüber hinaus von der steuerlichen Förderung von
Arbeitgeberzuschüssen und davon, dass die bAV in der Rentenphase
nicht mehr vollständig auf die Grundsicherung angerechnet wird.
Pensionskassen und Pensionsfonds können durch die Einführung der
reinen Beitragszusage mit Garantieverbot als Anbieter am Sozialpartnermodell
teilnehmen. „Der Verzicht auf Garantien ist revolutionär. Er
sorgt für zusätzlichen Wettbewerb in der bAV und ist damit letztlich auch
im Interesse der Arbeitgeber und Arbeitnehmer“, so Richter. „Die bAV
braucht renditestärkere Anlagen, damit sie ihrem sozialpolitischen
Auftrag zur Sicherung der finanziellen Basis für das Alter gerecht werden
kann.“ Der Verzicht auf Garantien macht die betriebliche Altersvorsorge
insgesamt effizienter, weil Aktien mehr als bisher zur Rendite der Kapitalanlage
beitragen können.
Ein weiterer Bestandteil des Gesamtpakets zum BRSG ist die Erhöhung
der Riester-Grundzulage von bisher 154 auf 175 Euro. Dazu Richter:
„Nach all den Unkenrufen ist das nun ein klares Bekenntnis der Politik zur
Riester-Rente.“
Investmentfonds sind bereits das Rückgrat der Altersvorsorge. In der
bAV bietet die Fondsbranche den Versorgungsträgern auf deren spezifischen
Bedürfnisse abgestimmte Anlageinstrumente. So beträgt der Anteil
von Investmentfonds bei den Kapitalanlagen von Lebensversicherungsunternehmen
33 Prozent, bei Pensionskassen 39 Prozent und bei Pensionsfonds
92 Prozent. Von den 2,9 Billionen Euro, die die Fondsbranche
in Deutschland verwaltet, dienen rund 1 Billion Euro der Altersvorsorge,
davon über 330 Milliarden Euro der betrieblichen. Bei der Riester-Rente
entfallen 3,2 Millionen der insgesamt 16,5 Millionen Verträge auf reine
Fondssparpläne. Die Fondsgesellschaften verwalteten darin Ende 2016
ein Vermögen von 24 Milliarden Euro.

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