AmCham Germany zum Rückzug der USA aus dem Pariser Klimaabkommen –
Klimaschutz erfordert gemeinsames, globales Handeln

Frankfurt/Main  (3.6.17) – AmCham Germany bedauert die Entscheidung der US-Regierung, sich aus dem Pariser Klimaabkommen zurückzuziehen.

AmCham Germany Präsident Bernhard Mattes erklärt dazu: „Globale Herausforderungen, wie der Klimawandel, erfordern gemeinsames, globales politisches Handeln. Es hat sich gezeigt, dass sich Klimaschutz und Wirtschaftswachstum nicht gegenseitig ausschließen. Langfristiges unternehmerisches Handeln und Investitionen erfordern einen verlässlichen aber flexiblen Rahmen. Unsere Mitgliedsunternehmen bleiben den im Pariser Klimaabkommen getroffenen Zielen verpflichtet und haben ihre Strategien entsprechend ausgestaltet. Sie bieten technologische Innovationen und Verfahren, die weltweit die Treibhausgasneutralität von Wirtschaft und Gesellschaft fördern. Sie tragen zugleich im In- und Ausland in steigendem Maße zu Beschäftigung und wirtschaftlichem Wohlstand auf beiden Seiten des Atlantiks bei. Bereits heute sind in den USA mehrere Millionen Menschen in den Bereichen erneuerbarer Energien und Energieeffizienz beschäftigt, mit hohen Wachstumsraten. Die US-Regierung sollte die Chance, die durch Innovation und Wachstum in diesen Branchen für die US-Wirtschaft besteht, nicht aus der Hand geben.“ Der transatlantische Dialog zur Klimapolitik darf in dieser Situation nicht abreißen. AmCham Germany und ihre Mitgliedsunternehmen stehen dafür bereit.

 

ifo Institut: Trumps Austritt „Weckruf für andere Nationen“

 

München (3.6.17)  – Das ifo Institut hat den Austritt der USA aus dem Pariser Klimaabkommen als „äußerst bedauerlich“ bewertet. „Er kann aber als Weckruf an die Weltgemeinschaft angesehen werden“, sagte Prof. Dr. Karen Pittel, Leiterin des ifo Zentrums für Energie, Klima und erschöpfbare Ressourcen. “Die führenden globalen CO2-Emittenten sollten dies zum Anlass nehmen, ihre Klimaschutzpolitik zu koordinieren und ihre Zusammenarbeit zu institutionalisieren. Dies sollte allerdings nicht bedeuten, die USA dadurch aus ihrer globalen Verantwortung zu entlassen, indem andere Staaten ihre Reduktionsverpflichtungen übernehmen. Auch ohne die USA würde eine Kooperation der größten Emittenten ungefähr 50 Prozent der globalen Emissionen erfassen.“

Da die Einhaltung des Pariser Abkommens nicht eingeklagt werden kann, ist sie auf die Bereitschaft der Vertragspartner angewiesen, die Emissionsminderungen individuell umzusetzen. Entscheidend wird daher sein, welche Folgen der US-Austritt auf die Umsetzung des Abkommens auf den nationalen Ebenen hat. Hier könnte eine internationale Kooperation, zunächst der größten Emittenten, wichtige Signale setzen“, sagte Pittel.

Ein grenzüberschreitender Reduktionsmechanismus würde nicht nur die Kosten des Klimaschutzes reduzieren, sondern auch die Hürden für einen Ausstieg aus den individuellen Klimazielen stark erhöhen. Die Ergänzung eines solchen Mechanismus durch die Erfassung von Importen, z.B. im Rahmen eines Grenzsteuerausgleichs, könnte zudem Anreize für andere Staaten setzen, einer solchen Kooperation beizutreten.