Capco: Es hakt bei den Konzeptionen
London (28.6.17) – Ab Januar 2018 soll die Payments Service Directive II in Kraft treten. Brüssel bezweckt mit dem neuen Regelwerk den Zahlungsverkehr für Endkunden bequemer, sicherer und preiswerter zu machen. Darüber hinaus werden die Karten im europäischen Wettbewerb neu gemischt: Mit Erlaubnis des Kunden müssen Banken auch Drittanbietern zukünftig den Zugriff auf Konten und Daten der jeweiligen Kunden ermöglichen. Der Regulator bezweckt damit die Schaffung eines krisenunabhängigen Zahlungsverkehrs, der auch im Falle von Bankenpleiten weiter funktioniert. Die Neuregelung birgt eine große Chance für Konkurrenzbanken und Fintechs, die sich mit neu entwickelten Dienstleistungen zwischen Kunde und Hausbank schieben können. In der Theorie können Bankkunden sich also auf neue Produkte und Services und eine verbesserte Transparenz freuen. Praktisch fehlen für den Datenaustausch allerdings klar definierte Schnittstellen und Standards.
Da Hausbanken kein Interesse an der Weitergabe von Kundeninformationen an potentielle Konkurrenten haben, werden sich die regulatorischen Ziele Brüssels kaum erfüllen lassen. Ein Chaos durch unstrukturierte Datenmengen ist absehbar. Andere Wege geht man daher aktuell in Großbritannien, wo die zuständigen Behörden FCA und CMA Großbanken zu einem gemeinsamen Projekt, einer Open Banking Challenge mit Fintechs, verpflichtet haben. Gemeinsam sollen im Rahmen eines Großprojekts neue Standards zu Schaffung größerer Transparenz und Erhöhung des Nutzens für Endkunden erarbeitet werden. Banken und Fintechs arbeiten gemeinsam an der Umsetzung und diskutieren neue Geschäftsmodelle auf Basis von Transaktionsdaten realer Kunden. Schon jetzt wird hier der Standard für APIs und das notwendige Data Dictionary für 2018 gesetzt. Umgesetzt wird das Projekt fachlich, methodisch sowie technologisch vom Beratungsunternehmen Capco.

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