IKB: Geldpolitik – Was ist da schon normal?

Düsseldorf (18.9.17) – Der aufwertende Euro bzw. eine zögerliche Fed-Politik schränken den Handlungsspielraum der EZB ein, wie die jüngste Pressekonferenz der EZB sehr deutlich gezeigt hat. Dennoch steht die EZB angesichts guter Konjunkturdaten in der Kritik, eine nicht mehr angebrachte Krisenpolitik zu verfolgen.

Der in diesem Zusammenhang oftmals geäußerte Verweis auf die Notwendigkeit einer „normalen“ Geldpolitik ist jedoch unangebracht. Entscheidend ist nicht das Niveau der Zinsen, sondern, ob eine Straffung der Geldpolitik auf Grundlage der wirtschaftlichen Daten angebracht ist. Dies ist angesichts nur moderater Wachstumsperspektiven und möglicher Konjunkturrückschläge in Europa nicht der Fall. Und was bedeutet „normale“ Geldpolitik überhaupt? Unterliegt sie nicht auch dem Wandel der Zeit?

Mittelfristig ist durchaus mit einer graduellen Veränderung der geldpolitischen Ausrichtung zu rechnen. Um den überkommenen Prinzipien von „normaler“ Geldpolitik gerecht zu werden, ist deshalb noch für eine geraume Zeit eine positive Konjunkturentwicklung nötig. Preisbereinigte positive Renditen werden somit noch lange auf sich warten lassen.