Ernst & Young: Nur noch wenige UK-Finanzunternehmen
verkünden neue Verlagerungspläne – Dublin und Frankfurt weiter vorn
Stuttgart (11.12.17) – Die Zahl der Finanzunternehmen, die London den Rücken kehren, ist in den vergangenen zwei Monaten nur noch leicht gestiegen. Von den 222 größten Finanzunternehmen, die signifikante Geschäftsaktivitäten in Großbritannien unterhalten, haben bis Ende November insgesamt 68 (das entspricht 31%) angekündigt, Personal und/oder Geschäftsbereiche aus Großbritannien ins Ausland zu verlagern. Ende September waren es 30%, im Juni 27%, Ende März 23%. Das sind Ergebnisse des aktuellen „EY Brexit Tracker“ – eine Analyse der von 222 Finanzunternehmen mit substanzieller Geschäftstätigkeit in Großbritannien öffentlich angekündigten Verlagerungspläne.
Weitere Ergebnisse:
– Vor allem Banken sind betroffen: 26 Banken haben einen (Teil-)Umzug angekündigt, 17 Vermögensverwalter und 13 Versicherungen.
– Insgesamt 26 Finanzunternehmen haben inzwischen Angaben zur Zahl der Jobs gemacht, die verlagert werden sollen – in Summe handelt es sich bislang um 10.500 Jobs.
– 42 Unternehmen (19 Prozent) haben konkret eine Verlagerung in ein anderes EU-Land bestätigt. Dabei profitieren Dublin, Frankfurt und Luxemburg am stärksten: 14 Finanzunternehmen haben bestätigt, Teile der Geschäftstätigkeit nach Dublin zu verlagern, 12 haben Frankfurt als Zielort bestätigt, bei acht Unternehmen ist Luxemburg der Zielort, sechs wollen nach Paris umziehen.
Dirk Auerbach, Partner bei EY, Head of Center of Regulatory Excellence und Brexit Leader Deutschland von EY Financial Services:
“Die Verkündung von Fortschritten in den Brexit-Verhandlungen und die Einigung auf eine Übergangsphase nach dem offiziellen Brexit-Austrittsdatum führt in der britischen Finanzbranche zu Erleichterung und nährt die Hoffnung auf zukünftige Kompromisse und pragmatische Lösungen. Es könnte sich auch eine Schonfrist für die Wirtschaft abzeichnen, die die Unternehmen – darunter auch die Finanzbranche – für die Ausgestaltung etwaiger Umzugspläne nutzen können, zumal der schwierigste Teil der Verhandlungen und die Festsetzung konkreter Regelungen noch bevorstehen. Die Finanzbranche dürfte daher vorerst weiter in eher abwartender Haltung verharren und sich mit der Verkündung detaillierter Umzugspläne zurückhalten – schon in den vergangenen zwei Monaten haben gerade einmal zwei zusätzliche Finanzunternehmen Verlagerungspläne publik gemacht.“

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