Allianz: Deutschland wächst 2017 mit 2,3 Prozent und 2018 mit 2,4 Prozent
Frankfurt/Main (13.12.17) – Die konjunkturelle Dynamik in Deutschland hat sich im Verlauf von 2017 weiter verstärkt. Im Jahresdurchschnitt 2017 rechnet die Allianz mit einem Wachstum des realen Bruttoinlands-produkts von 2,3 Prozent. „Angesichts außergewöhnlich guter Unternehmensumfragen, deutlich steigender Auftragseingänge in der Industrie und hoher Beschäftigungszuwächse sind die Aussichten für eine Fortsetzung des kräftigen Aufschwungs 2018 trotz aller politi-schen Unsicherheiten günstig. Für 2018 prognostizieren wir für Deutschland 2,4 Prozent Wirtschaftswachstum“, sagte Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz.
Der Aufschwung ist sehr breit angelegt. Der reale private Verbrauch wird 2017 mit 2,1 Pro-zent erneut recht kräftig zunehmen (2016: + 2,1 Prozent). Im Jahr 2018 ist zwar durch einen leicht verringerten Einkommenszuwachs von einer Abschwächung des privaten Verbrauchs auszugehen, er wird aber mit einer soliden Wachstumsrate von 1,5 Prozent zum Auf-schwung beitragen. Die Bauwirtschaft bleibt in der Hochkonjunktur mit realen Zuwachsraten in einer Größenordnung von 4% in diesem wie im nächsten Jahr. Positiv zu werten ist die Beschleunigung der lange Zeit schwachen Investitionstätigkeit. Die Ausrüstungsinvestitionen dürften vor dem Hintergrund der überdurchschnittlichen Kapazitätsauslastung und eines zu-nehmenden Umfangs von Erweiterungsinvestitionen in diesem Jahr um 4,5 Prozent und 2018 um rund 6 Prozent deutlich zulegen.
Die deutsche Konjunktur profitiert von dem wieder stärkeren weltwirtschaftlichen Wachstum. Es mehren sich die Hinweise, dass sich die Weltwirtschaft in einer recht starken, viele Län-der umfassenden zyklischen Aufwärtsentwicklung befindet. Dazu trägt das Comeback des Welthandels bei, der nach zwei enttäuschenden Jahren nun wieder deutlich wächst. Zudem Belebt sich die Kreditnachfrage: In Asien wachsen die Schulden kräftig, in den USA steigen die Verschuldungsquoten im Unternehmenssektor seit 2014 wieder an. Im Euroraum ist ebenfalls eine allmähliche Belebung der Kreditnachfrage festzustellen.
Insgesamt rechnet die Allianz 2017 und 2018 mit einem Weltwirtschaftswachstum von 3,2 Prozent (2016: 2,5 Prozent). Für die Weltwirtschaft ist dies das stärkste Wachstum seit 2011. Positiv ist insbesondere der hohen Grad an Synchronisation, da sich auch in den Emerging Markets die Konjunkturdynamik wieder verstärkt hat.
Aber es gibt auch Risiken für die Weltwirtschaft. Die exogenen Risiken liegen vor allem in
der Unsicherheit über die US-Politik. Hinzu kommen die Risiken durch geopolitischen Spannungen
im mittleren Osten, der Umbruch in Saudi Arabien und der Konflikt mit dem Iran sowie
die Entwicklungen in Nordkorea. Endogene Risiken sind mit einer zu langen und zu expansiven
Geld- und Fiskalpolitik verbunden, die zu einer Überhitzung der Konjunktur mit anschließender
Abschwächung führen kann. Zudem besteht das Risiko einer Kreditblase in
China, die weitere restriktive Maßnahmen der Geld- und Bankenpolitik nach sich ziehen
könnte.
Nach drei Quartalen kräftigen Wachstums im Euroraum erwartet die Allianz für 2017 insgesamt
einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 2,4 Prozent und für 2018 von 2,2 Prozent.
Neben dem günstigen weltwirtschaftlichen Umfeld spricht für eine anhaltende Konjunkturerholung
im Euroraum insbesondere die erhebliche Besserung am Arbeitsmarkt, die die Binnennachfrage
stützt.

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