Frankfurt/Main (26.2.18)/PK – Die Mittel und Methoden sind bewährt und gängig. Während ihre Zinserträge schrumpften, gaben die 49 Sparkassen  in Hessen und Thüringen im vergangenen Jahr bei der Provision Gas und drosselten gleichzeitig ihre Verwaltungsausgaben. —  Mehr Provision, weniger Zinsen und weniger Verwaltungskosten: unter dem Strich schafften es die Sparkassen auf diese Weise, ein Betriebsergebnis einzufahren, das „praktisch auf Vorjahresniveau“ lag. Kein Wunder, dass Gerhard Grandke, der geschäftsführende Präsident des Sparkassen-und Giroverbandes Hessen-Thüringen (SGVHT) , bei der Bilanzvorlage heute ins Schwärmen geriet: „Insgesamt ist das Ergebnis der Sparkassen ….wieder sehr ordentlich ausgefallen.“

Als faltete er seine Hände zum Gebet, um die überbordende Bürokratie zu beklagen – Gerhard Grandke, geschäftsführender Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes Hessen-Thüringen – Foto:PK

Grund zum Ärger sieht Grandke nicht im eigentlichen Sparkassen-Geschäft, sondern in der aus seiner Sicht wuchernden Bürokratie, mit der die Arbeit der Institute belastet wird. Dass die Bürokratie lediglich Antwort der verheerenden Geldvernichtung in Folge der Finanzkrise ist, vergessen Banker bei dieser Gelegenheit gerne zu erwähnen. Die Bürokratie ist nämlich Auswuchs strengerer Spielregeln, die vor allem eines zum Ziel haben: Bankkunden vor, na sagen wir, unseriösen Bankgeschäften zu schützen.

Dass die braven Sparkassen unter der Bürokratie-Bürde genauso leiden wie jene Banken, die die Finanzkrise ausgelöst hatten, ist aus der Sicht der Sparkassen natürlich unfair und ein Riesenärgernis.  Eines, das nach Ansicht von Grandke schnell beseitigt werden sollte. Dass dies gelingen wird, hält aber selbst der Optimist Grandke für unwahrscheinlich. Denn in Brüssel, wo die Entbürokratisierung vollzogen werden müßte, finden die Sorgen der deutschen Sparkassen wenig Gehör. Von Österreich, Italien und Deutschland einmal abgesehen, spielen Sparkassen in den übrigen EU-Mitgliedsländern keine nennenswerte Rolle. Und daher ist deren Einfluss auf die Brüsseler Bürokratie vergleichsweise gering.

Damit nicht genug. Dass Sparkassen (ähnlich wie Privatbanken und Volksbanken) unter den Folgen immer strengerer Spielregeln stöhnen, stört den Sparkassen-Präsidenten Grandke umso mehr, weil nämlich die gleichen, scheinbar strengen Brüsseler Behörden beim Umgang mit Kryptowährungen wie Bitcoin sehr lax vorgehen.  — Hier immer strengere und damit mit viel Bürokratie verbundene Regeln für Banken und Sparkassen, da, bei den Kryptowährungen, laxe, ja fast überhaupt keine Vorsichtsmaßnahmen. — Diese Ungleichbehandlung kann und will Grandke nicht akzeptieren. Muß er aber, zumindest vorläufig.

Ansonsten ist die Sparkassenwelt in Hessen und Thüringen im vergangenen Jahr allerdings in Ordnung gewesen. Warum genau, geht aus der Pressemitteilung des Sparkassenverbandes hervor, mit der wir hier verlinken.