Berenberg: Aktueller Marktkommentar

 

Frankfurt/Main (7.5.18) – Diese zweiwöchentliche Publikation gibt mit Hilfe wiederkehrender Abbildungen und Daten einen strukturierten Überblick über die aktuellen Entwicklungen an den Kapitalmärkten und beleuchtet jeweils eine wichtige Entwicklung näher. In der aktuellen Ausgabe hat Ulrich Urbahn, Leiter Multi Asset Strategy and Research im Wealth und Asset Management von Berenberg, das Thema „Globale Fusionen und Übernahmen“ in den Fokus gestellt. So habe es bei den weltweiten M&A-Aktivitäten den stärksten Jahresauftakt seit mehr als 25 Jahren gegeben, analysiert wurden Daten seit 1990. Das Volumen der globalen M&A-Transaktionen habe sich bisher auf 1,5 Billionen Dollar belaufen und damit auch den Höchststand von 1,4 Billionen Dollar im Jahr 2007, also von vor der globalen Finanzkrise, übertroffen.

Nachfolgend finden Sie eine kurze Zusammenfassung der Publikation, den vollständigen Monitor mit Kurzanalysen zu den verschiedenen Anlageklassen finden Sie im Anhang.

 

Aktueller Marktkommentar

Aktien profitierten zuletzt von einer Stabilisierung der Konjunkturdaten, starken US-Gewinnen und reger M&A-Aktivität. Die globalen M&A-Volumina hatten den stärksten Jahresstart seit 30 Jahren, begünstigt durch hohe Kassenbestände dank der US-Steuerreform, attraktiven Bewertungen nach der Korrektur sowie noch immer sehr niedrigen Zinsen. Insbesondere Eurozonen-Aktien legten kräftig zu, dank einem schwächeren Euro und einem Überschreiten der 200-Tages-Linie wichtiger Aktienbarometer, wie z.B. dem EuroStoxx 50, was zu technischen Anschlusskäufen geführt hat. Das verbesserte technische Bild, bald wieder zunehmende Aktienrückkaufprogramme, starke M&A-Aktivitäten sowie die nach wie vor geringe Aktienpositionierung von spekulativen Anlegern sollten Aktien über die nächsten Wochen unterstützen. Wir bleiben optimistisch für Aktien – die niedrigere Volatilität und das ins Positive drehende Aktienmomentum sollten zudem wieder zu einer stärkeren Aktiennachfrage von systematischen und quantitativen Anlagestrategien führen.

 

Kurzfristiger Ausblick

Die erfolgreiche S&P 500-Berichtssaison nähert sich ihrem Ende – von 409 Unternehmen haben ca. 80% die hohen Gewinnerwartungen bis dato übertroffen. In den Fokus rückt nun die Entscheidung über den Verbleib der USA im Atomabkommen mit dem Iran am 12. Mai,  Iran-Sanktionen könnten zu einer Verknappung von Öl führen und das Anlegersentiment belasten. Zudem gehen die Verhandlungen zwischen China und den USA zu Handelsangelegenheiten weiter. Die Veröffentlichung deutscher Export- sowie europäischer Industrieproduktionsdaten könnte die Märkte ebenso bewegen, da diese „harten Daten“ zeigen werden, ob die Stimmungseintrübung sich auch in der Realwirtschaft niedergeschlagen hat. In Großbritannien stehen ferner die geldpolitische Entscheidung der Bank of England und ihr Inflationsbericht am 10. Mai an. In den USA werden am gleichen Tag die US-Verbraucherpreise für April veröffentlicht. Sollte die Inflation nach oben überraschen, dürften US-Renditen und der Dollar weiter steigen.