ifo Institut: Donald Trump und die Verbündeten der USA sind bei Fragen zu wirtschaftlicher Entwicklung uneins
München (23.7.18) – Die Vereinigten Staaten von Amerika haben sich im ersten Amtsjahr von Donald Trump von ihren westlichen Verbündeten entfremdet. Das zeigt eine neue Studie des ifo Instituts zum Abstimmungsverhalten in der UN-Generalversammlung von den Ländern der G 7, NATO, OECD und WEOG. „Die Übereinstimmungsrate bei UN-Resolutionen sank um bis zu 13,2 Prozentpunkte im Vergleich zum Durchschnitt des ersten Amtsjahres aller US-Präsidenten vor Trump“, erklärt Niklas Potrafke, Leiter des ifo Zentrums für öffentliche Finanzen und politische Ökonomie und ergänzt: „Insbesondere bei Themen der ökonomischen Entwicklung wichen die Positionen stark ab.“ In der UN-Generalversammlung wird über wirtschaftliche Themen rund um Außenhandel und entwicklungspolitische Fragen regelmäßig abgestimmt. Im Jahr 2017 stimmte keines der westlichen Länder bei Fragen zur ökonomischen Entwicklung im Einklang mit den Vereinigten Staaten.
Neben Fragen zur ökonomischen Entwicklung werden in der UN-Generalversammlung eine Reihe von weiteren Themen behandelt. Bei Resolutionen zur Rüstungskontrolle waren die Übereinstimmungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Westen beispielsweise deutlich größer. Die verbleibenden Gemeinsamkeiten erklären, warum die Abstimmungsdifferenzen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Westen unter Trump insgesamt kleiner waren als in den Anfangsjahren der US-Präsidenten Bush senior und Bush junior. „Donald Trump steht also überraschenderweise besser da, als man aufgrund der medialen Darstellung erwarten würde“, sagt Potrafke. Datengrundlage waren alle 5599 Resolutionen in der UN-Generalversammlung seit dem Jahr 1946, über die die Vereinigten Staaten abgestimmt haben.
Die meisten Abstimmungen in der UN-Generalversammlung finden im Herbst eines Jahres statt. „Zu vermuten ist, dass der gegenwärtig von Donald Trump angezettelte Handelskrieg zu einer weiteren Entfremdung zwischen den Vereinigten Staaten und den westlichen Verbündeten führt“, sagt Potrafke weiter. Wie stark dieser Effekt numerisch ausfällt, kann unter Einbezug des Abstimmungsverhaltens in der UN-Generalversammlung am Ende des Jahres 2018 bestimmt werden.
Die Studie findet sich hier: http://www.cesifo-group.de/DocDL/sd-2018-14-mosler-potrafke-DonaldTrump-2018-07-26.pdf
Ansprechpartner: Prof. Niklas Potrafke, Tel. 089 9224 1319, potrafke@ifo.de

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